Der Auftakt, er hätte nicht emotionaler sein können. Ayaz Zaid Faris, Schüler am Ernestinum in Rinteln, berichtete auf berührende Weise von seiner Flucht aus dem Irak – zu Fuß und alleine als Siebzehnjähriger. „Ich fühlte mich noch nie so einsam”, sagte er. Seine einzige Verbindung zur Familie war sein Handy, bis er es verlor. „Wir haben im Irak nicht in Höhlen gelebt, es gab Strom und Wasser und auch Handys”, relativierte er das medial verbreitete Bild, Flüchtlinge kämen mit nichts, aber einem Smartphone nach Deutschland. Dafür gab es Platz 3. Humorvoll und gesellschaftskritisch wurde es mit Arthur Fröhlich und seinem Beitrag „Du bist sehr wohl etwas wert”. Der GBN-Schüler rügte die von Modemagazinen glorifizierten Schönheitsideale und Mobbing gegen die, die dem nicht entsprechen. Launig sagte er Selbstzweifeln den Kampf an. Aus der „Wampe” machte er ein „Feinkostgewölbe” und attestierte jedem, bei dem der Spiegel nicht zerspringt, schon mal gute Karten zu haben. Seine Message: „Es ist egal, wie man aussieht – jeder Mensch ist schön. Hässlich wird man, wenn man andere diskriminiert.” Damit schwadronierte er sich auf den zweiten Rang. Den obersten Treppchenplatz teilen sich Laura Erkel und Maike Vonjahr aus Rinteln, zwischen deren wortakrobatischen Leistungen sich weder das Publikum, das mit seinem Applaus zu Bewertung beitrug, noch die Jury entscheiden konnte. Fazit der Premiere: „Wir hatten einen wunderschönen Abend und konnten unserer Schule den Poetry Slam näher bringen”, zeigte sich Lea zufrieden. Zudem habe man gleich neue Kontakte mit den Rintelnern geknüpft und einen neuen gemeinsamen Auftritt in den nächsten Monaten abgemacht. Foto: jl