Neben dem Datenschutz geht es vor allem auch um den Brexit. Einst habe er, verrät Becker, Lagen gut einschätzen können. Nachdem er aber darauf gewettet hätte, dass die Briten für einen Verbleib in der EU stimmen, möge er zu einem möglichen Austrittsszenario keine Prognose mehr abgeben. „Alles halte ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt für möglich”, sagt der SPD-Mann. Ein „No-Deal” erscheine ihm aber am wahrscheinlichsten. Das hätte massive Auswirkungen auch auf Niedersachsen, das vielfältige wirtschaftliche Verflechtungen mit der britischen Insel pflege. Grenzzölle und damit einhergehend Verteuerungen und auch zeitliche Verzögerungen der Waren wären die Folge. Aber auch die persönlichen Konsequenzen wären weitreichend: Britische Staatsangehörige wären hierzulande von heute auf morgen Drittstaatenausländer und würden nach drei Monaten das Recht zu arbeiten verlieren. Auf die Frage, ob er dafür sei, dass die Türkei eines Tages EU-Mitglied wird, meint Becker kurz und bündig: Das Land habe sich in einen Staat gewandelt, dessen Prägung nicht mit den Werten der EU in Einklang zu bringen sei. Dass jene Werte mit Blick auf den durch Europa gehenden Rechtsruck am Schwanken sind, auch daraus macht der Landtagsabgeordnete keinen Hehl. Die Europawahl am 26. Mai verstehe er als wichtiges Signal: Hält das Konstrukt Europa oder bröckelt es weiter? Eifrig diskutiert wird auch ein Tempolimit auf Autobahnen. Ein Thema, von dem Becker persönlich viel halte – obgleich er dafür in naher Zukunft keine parlamentarische Mehrheit sehe. Die Zeitersparnis sei überschaubar, das Risiko bei 200 Sachen aber groß. Zudem sei der Spritverbrauch exorbitant hoch, mahnt der Politiker, der seit Jahren ein Elektroauto fährt. Aber auch mit der Bahn zu fahren, erachte er als ökologisch sinnvoll, wie er auf eine entsprechende Publikumsfrage entgegnet. Aber gerade im Nahverkehr nach Hannover liege noch „deutlich Ausbaupotenzial”, um Stau in den Engpässen zu vermeiden. Apropos Klimawandel: Wie er den Erfolg der „Fridays for Future”-Demonstrationen einschätzt, will ein Schüler wissen. Wenn junge Menschen ihre konkreten Zukunftsvorstellungen äußern, werde sich das auf politische Prozesse auswirken, zeigt sich Becker überzeugt. Foto: jl