Wenn eine Ratsversammlung in Bückeburg über 500 Menschen in die Stadthalle lockt, dann steht eines fest: Das Thema brennt. Am Donnerstagabend wollte die Deutsche Bahn ihre beiden Varianten für die neue ICE-Strecke zwischen Hannover und Bielefeld vorstellen – doch der Bahn wehte einmal mehr der große Wind des Widerstands entgegen.
Die Sprecher der Bürgerinitiative BIGTab durften zu Beginn ihre Forderungen vortragen und erhielten dafür hörbaren Zuspruch. Die Botschaft war eindeutig: Statt einer neuen Trasse fordern sie den umweltverträglichen Ausbau der bestehenden Verbindung, ohne neue Brücken und Tunnel. Und auch diesmal stand die Politik geschlossen an ihrer Seite. Ratsfraktionen und Verwaltung machten in ihren Stellungnahmen unmissverständlich klar, dass sich Bückeburg gegen die aktuellen Planungen der Bahn stemmen wird. Zwischen den Zeilen klang deutlich an, dass man sich juristisch gut vorbereitet fühlt – und Entscheidungen aus Frankfurt (Deutsche Bahn) oder Berlin (Bundestag) nicht einfach hinnehmen will.
Natürlich, die Bahn will schneller werden, Deutschland will den Takt verdichten. Doch Geschwindigkeit ist nicht alles. Was nutzt ein ICE, der in 31 Minuten zwischen Hannover und Bielefeld durchrauscht, wenn er dabei die Menschen entlang der Strecke abhängt?
Der große Andrang am Donnerstag war mehr als bürgerliches Interesse und nicht nur einfaches Dagegenreden, es war ein Signal. Die „neue Strecke” wehrt sich immer vehementer gegen Pläne, die über ihre Köpfe hinweg entschieden werden sollen. Fortschritt braucht Zustimmung. Und die erreicht man nicht mit Hochglanzgrafiken und Zeitgewinnen, sondern mit Respekt vor Landschaft, Klima und Lebensqualität.
Die Bahn täte gut daran, diese Botschaft ernst zu nehmen, bevor sie weiter an Hochgeschwindigkeitsfantasien bastelt. Mehr dazu in der Ausgabe 28.2./1.3.2026.