Jeden ersten und dritten Dienstag im Monat zwischen 14 und 17 Uhr ist das katholische Gemeindehaus am Oberwallweg in Bückeburg Treffpunkt für aktuell bis zu 40 Frauen jeden Alters, wenn auch deutlich das ältere Semester überwiegt. Hier sitzt der Strickkreis der Kirchengemeinde St. Marien zusammen – die mit ihren Stricknadeln unter anderem Wollsocken, Mützen, Schals und Schultertücher zum für den guten Zweck und mit viel Liebe herstellen. Dieser Strickkreis hat Wurzeln, die weit zurückreichen – rund 70 Jahre Tradition. Angefangen hatte alles mit einem besonderen Projekt: Decken wurden als kleinen Quadrate gehäkelt und gestrickt und für Leprakranke nach Indien versandt und dort zusammengesetzt. Diese Art der Hilfsbereitschaft prägt den Geist der Gruppe bis heute und zeigt auch, wie Handarbeit schon immer Brücken baute.
Heute landen die fertigen Stücke auf Verkaufsständen, so zweimal im Jahr bei den traditionellen Basaren im Gemeindehaus. Dazu kommt das Engagement im Rahmen des Bückeburger Wochenmarktes: Familientag ist alle zwei Jahre, dafür wird auch immer viel von den Damen aus dem Strickkreis angefertigt und die Familien helfen beim Standaufbau und Transport. Kürzlich kamen dadurch 1000 Euro zusammen, die jetzt wie immer auf zwei Begünstigte aufgeteilt wurden.
Das Schaumburger Wochenblatt begleitete eine der Spendenübergaben zum Jahresauftakt. 500 Euro gingen an Kerstin Gorenc, Vorsitzende des Vereins Chic für Chancen Bückeburg. Sie plant, das Geld in bewährte Projekte wie Gutscheine und Schuhaktionen für Familien in Not zu stecken. Die Arbeit des Vereins hatten wir schon mehrfach vorgestellt; wer sich für deren Arbeit interessiert, findet Informationen unter www.cfc-kinderhilfsverein.de.
Spende für die Diözese Thuckalay in Indien
Der andere Teil, ebenfalls 500 Euro, floss in die Diözese Thuckalay in Tamil Nadu, Indien. Dort leisten ein Priester und vier Schwestern Pionierarbeit: Sie betreiben Schulen und klassische Missionsarbeit für über 30.000 Gemeindemitglieder in rund 80 Gemeinden in der Diözese. Bruder Thomas Sathianesan Soosai, ein enger Kontakt vor Ort, ist gerade wieder in Bückeburg zu Gast – nach Besuchen 2010 und 2016 bringt er wieder frische Eindrücke aus seiner Heimat mit und betont, wie wichtig solche Unterstützung für den Alltag in dem Bistum in Indien weiterhin ist, und bedankte sich sehr herzlich für die Spende und kochte für den Strickkreis jetzt wieder ein leckeres indisches Milch-Dessert mit Chashew-Nüssen, Glasnudeln und Kardamom.
Etwas zu essen gibt es meist, wenn sich die Frauen treffen. Meist gibt es Kuchen oder Kekse, das passt auch gut, wenn man sich einfach nur zum Klönen zusammensetzt und einen Tee oder Kaffee trinkt. Doch der Strickkreis lebt nicht nur von der Nadelarbeit. Im Vordergrund steht die tolle Gemeinschaft, die sich schon über viele Jahre gefunden hat, aber natürlich auch offen für neue Mitglieder ist. Es wird viel geklönt, über alles Mögliche: Von Familienanekdoten bis hin zu aktuellen Nachrichten. Und ab und zu unternimmt die Runde etwas gemeinsam, sei es ein kleiner Spaziergang oder ein Ausflug. Besonders wichtig für alle, die nun Interesse bekommen haben, vielleicht auch einmal mitzumachen, aber vielleicht gar nicht gut stricken können: Der erste Dienstag im Monat ist reserviert für das „Stricken lernen“. Da widmet sich der Kreis extra viel Zeit Neulingen, die jederzeit willkommen sind. Man hilft beim Anschlagen der Maschen, teilt Tricks und feiert erste Erfolge. Früher war es übrigens sehr viel strenger – da musste man „vorstricken“, also eine einwandfreie Probearbeit vorlegen, um in die Runde aufgenommen zu werden. Heute geht's entspannter: Der Kreis lehrt gerne und freut sich über gemeinsame Fortschritte.
Religion spielt bei der Gruppe keine echte Rolle
Dass es bisher nur Damen sind, die sich treffen, ist reiner Zufall. Und Religion? Die spielt keine Rolle. Das Treffen findet zwar im katholischen Gemeindehaus statt, aber offen ist es für alle Interessierten. Natürlich sind viele der Mitglieder auch in der Gemeinde aktiv, aber es geht auch ohne den Bezug zur Kirche. Willkommen ist jeder, der Spaß an der Handarbeit findet. Es geht viel mehr um die Gemeinschaft, um Spaß am Stricken und das Beisammensein. Insgeheim hofft die Gruppe auf Nachwuchs (egal welchen Alters), besonders „Sockenstricker“. Die werden immer händeringend gesucht. Die Wollsocken des Strickkreises sind immer der absolute Verkaufsschlager, aber nicht ganz so beliebt, wenn man sie machen muss. Das kennt sicherlich jeder, der sich schon einmal an Socken gewagt hat. Kein Wunder, dauert ein Paar doch locker einmal stolze zwölf Stunden, bis es fertig ist. Die Damen des Strickkreises helfen dabei gern, dass man auch die Angst vor den vermeintlich schweren Handarbeitsstücken verliert. Mehr Hände bedeuten mehr Produkte, mehr Erlös, mehr Spenden.
Wer neugierig geworden ist, kommt zu einem der festen Treffen in das Gemeindehaus. Dort erfährt man alles Weitere und ist herzlich eingeladen, direkt vorbeizuschauen. Informationen gibt es auch auf www.stmarien-bueckeburg.de. Ergänzend lädt der Spielkreis ein, der jeden ersten und dritten Montag von 15 bis 17 Uhr spielt – Gesellschaftsspiele für Jung und Alt, wiederum offen für jedermann. Es werden dann auch gern Spielewünsche angenommen. Zuletzt hatte man zum Beispiel Rommy gespielt.
Jeden ersten und dritten Dienstag 14 bis 17 Uhr Spielkreis
Jeden ersten und dritten Montag 15 bis 17 Uhr Spielkreis