Blutkonserven werden knapp | Schaumburger Wochenblatt

Blutkonserven werden knapp

Die Blutkonserven sind im Januar erheblich zusammengeschrumpft, die Blutspendedienste mussten die lebensrettende Flüssigkeit rationieren und rufen zu Spenden auf. Hintergrund ist die Grippe- und Erkältungswelle, ein hoher Bedarf in den Kliniken sowie das Sturmtief Elli.

„Um die Bestände wieder zu füllen, benötigen wir gerade jetzt Blutspenderinnen und Blutspender“, wie Felix Roeren, stellvertretender Pressesprecher des Blutspendedienstes der Landesverbände des DRK in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oldenburg und Bremen gGmbH (Blutspendedienst NSTOB) in einer Antwort auf eine Anfrage betonte.
Er führte aus, dass es immer wieder dazu komme, dass im Januar die Blutkonserven-Bestände knapp würden. Diese liege vor allem an Infekt-Wellen. 2026 sei die Situation jedoch noch gespannter, nur ein „enorm geringer Konservenbestand“ sei geblieben.
Dies liege einerseits daran, dass wegen der Grippe- und Erkältungswelle, weniger Menschen die Spende-Termine besuchen würden. Bei einer Erkältung ohne Fieber darf man erst, nachdem man eine Woche komplett symptomfrei ist, wieder spenden. Bei einer Erkältung mit Fieber muss man sogar vier Wochen aussetzen.
Zudem hätten die Kliniken eine höheren Bedarf. Besonders zum Jahresanfang würden Operationen und Therapien nachgeholt, die durch die Feiertage aufgeschoben wurden.
Hinzu sei noch das Sturmtief Elli gekommen. „In Niedersachsen mussten wir 15 von 22 Spende-Terminen ausfallen lassen; dadurch konnten nur 264 statt der geplanten 1930 Personen Blut spenden“, wie Roeren festhielt.
Für die sichere Versorgung würden mindestens 10.000 Blutkonserven im Lager des Blutspende-Dienstes benötigt. „Darunter müssen wir rationieren und können nicht mehr alle Anfragen der Kliniken bedienen.“ Am 15. Januar habe der Stand bei lediglich 7.600 Konserven gelegen. Entsprechend rufen die Blutspendedienste dazu auf, gerade jetzt zu spenden.
Wem dies aktuell nicht möglich sei, der könne aber auch später mit einer Spende einen höchst wichtigen Beitrag leisten. Durch die kurzen Haltbarkeiten könnten ohnehin keine großen Bestände aufgebaut werden. Konstant werde neues Blut gebraucht.
Der Blutspendedienst NSTOB informiert über Blutspende-Termine über www.blutspende-leben.de/termine im Internet, hier lassen sich auch die Termine im Landkreis herausfiltern.
Felix Roeren wies auf die Gründe hin, die für eine Spende sprechen. Da ist das Wissen, mit einer Spende bis zu drei Menschen zu helfen. Nach einem Unfall oder im Rahmen einer Operation, kann es dabei um Leben und Tod gehen. Hinzu kommt der persönliche Vorteil, dass das Blut in modernen Laboren gecheckt wird, beim Spende-Termin zudem Blutdruck und Hämoglobinwert gemessen werden und man so die eigene Gesundheit im Auge behält.
Foto: ki


Bastian Borchers
Bastian Borchers
Redakteur Schaumburger Wochenblatt
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