„Ein Erbe, das atmet” | Schaumburger Wochenblatt

18.02.2026 14:43

„Ein Erbe, das atmet”

Die CJD-Schule Schlaffhorst-Andersen in Bad Nenndorf. (Foto: gk)
Die CJD-Schule Schlaffhorst-Andersen in Bad Nenndorf. (Foto: gk)
Die CJD-Schule Schlaffhorst-Andersen in Bad Nenndorf. (Foto: gk)
Die CJD-Schule Schlaffhorst-Andersen in Bad Nenndorf. (Foto: gk)
Die CJD-Schule Schlaffhorst-Andersen in Bad Nenndorf. (Foto: gk)

Es wird spannend, denn voraussichtlich Ende März wird die Entscheidung fallen, ob der Bewerbung der CJD-Schule Schlaffhorst-Andersen, Bad Nenndorf, zugestimmt wird, sie mit ihrem „Erbe, das atmet“ in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufzunehmen.

Darüber informierte Sonja Wolfram, stellvertretende Schulleiterin, und Julia Lukaschyk, Institutsleiterin, Koordinatorin für Akademisierung, vor politischen Ehrenämtlern und Vertretern der Stadt Bad Nenndorf, im Rahmen einer kulturellen Dankveranstaltung dieser Einrichtung an die Stadt. Die Ankündigung stieß bei den Gästen auf große Zustimmung.

Die CJD-Schule Schlaffhorst-Andersen ist die weltweit einzige Ausbildungsstätte für Atem-, Sprech- und Stimmlehrerinnen und -lehrer. Wissenschaftlich fundiert, ganzheitlich und praxisnah werden in Bad Nenndorf die Schülerinnen und Schüler auf einen Beruf vorbereitet, der wie kein anderer therapeutisches, pädagogisches und künstlerisches Handeln miteinander verbindet.

„Wir hoffen sehr, dass es uns gelungen ist, der Atem-, Sprech- und Stimmlehre in ihrer Tradition und Wandlungsfähigkeit, ihrer barrierefreien Wirksamkeit und ihrem gesellschaftlichen Mehrwert, nicht zuletzt aber auch in ihrer Kreativität und Lebendigkeit, einen Platz in der deutschen Liste des Immateriellen Kulturerbes zu geben“, erklärte Sonja Wolfram.

Außerdem kündigte sie an, dass die Schule eine Akademisierung anstrebe. Das hieße, „dass Bad Nenndorf Hochschulstadt werden würde“, so Julia Lukaschyk.

Das UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes von 2003, dem Deutschland beigetreten ist, fördert die Sichtbarkeit und Weiterentwicklung lebendigen Erbes.

Dieser Schritt ist eine Wertschätzung und Anerkennung überlieferten Wissens und Könnens.
Für eine Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis muss die Kulturform die Kriterien als Immaterielles Kulturerbe erfüllen, die das UNESCO-Übereinkommen festlegte. Dazu gehören unter anderem eine nachweisbare Lebendigkeit sowie die kreative Weitergabe und Weiterentwicklung der Kulturform.

Das ganzheitliche Konzept Schlaffhorst-Andersen findet Anwendung in der Therapie von Atem-, Sprech-, Sprach-, Schluck- und Stimmstörungen, in der Prophylaxe und Stimmhygiene für Stimmberufler und im künstlerisch-pädagogischen Kontext mit SängerInnen und SchauspielerInnen.

Als staatlich anerkannte Berufsfachschule bildet diese Schule mit Unterstützung von über 500 interdisziplinären Kooperationspartnern im In- und Ausland derzeit etwa 150 Schülerinnen und Schüler aus.


Winfried Gburek
Winfried Gburek
Freier Redakteur Schaumburger Wochenblatt
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