Planung für Erdkabeltrasse schreitet voran | Schaumburger Wochenblatt

Planung für Erdkabeltrasse schreitet voran

Die Verlegung von Erdkabeltrassen in dieser Größenordnung macht erhebliche Erdarbeiten nötig.  (Foto: IPA/Tobias Meinhardt)
Die Verlegung von Erdkabeltrassen in dieser Größenordnung macht erhebliche Erdarbeiten nötig. (Foto: IPA/Tobias Meinhardt)
Die Verlegung von Erdkabeltrassen in dieser Größenordnung macht erhebliche Erdarbeiten nötig. (Foto: IPA/Tobias Meinhardt)
Die Verlegung von Erdkabeltrassen in dieser Größenordnung macht erhebliche Erdarbeiten nötig. (Foto: IPA/Tobias Meinhardt)
Die Verlegung von Erdkabeltrassen in dieser Größenordnung macht erhebliche Erdarbeiten nötig. (Foto: IPA/Tobias Meinhardt)

Das Infrastrukturunternehmen „Amprion“ wird in der zweiten Jahreshälfte über die Fein-Trassierung des „Rhein-Main-Links“ durch Schaumburg informieren. Die Gleichstrom-Erdkabel-Verbindung wird von Nord nach Süd durch den Landkreis führen und Windenergie von Anlagen aus der Nordsee nach Hessen leiten. Für die Verlegung werden umfangreiche Bauarbeiten nötig sein.

Das große Infrastrukturprojekt soll eine Strecke von insgesamt etwa 600 Kilometern überbrücken und eine Leistungsfähigkeit von acht Gigawatt haben. Es ist ein wichtiges Element, um das Leitungsnetz in Deutschland fit für die fortschreitende Energiewende zu machen. Die Bundesnetzagentur beauftragte Amprion mit der Umsetzung. Dabei wird ein System von dicken Erdkabelsträngen in den Boden verlegt, die Strecke soll auch durch den Landkreis Schaumburg führen (Informationen auch unter www.amprion.net).

Verlegung vor allem in landwirtschaftlichen Flächen

Die Trasse durchschneidet vor allem landwirtschaftlich genutztes Gebiet. „Wir sind uns bewusst, dass dies schon ein erheblicher Eingriff für die Landwirte ist“, erklärte Mariella Raulf. Sie ist Projekt-Sprecherin von Amprion auch für den Bereich Landkreis Schaumburg. Vorbehalte von Flächen-Eigentümern und -Nutzern seien also verständlich und legitim. Protestinitiativen oder intensivere Kritik zu dem Vorhaben sind allerdings bisher ausgeblieben. Sicherlich auch, weil die Flächen nach der Verlegung wieder genutzt werden können, anders als eine Bahntrasse. Zudem haben die Erdkabel nach Angaben von Amprion auch keine weiteren Auswirkungen auf die Umgebung.
Der Trassenvorschlag sieht für Schaumburg einen groben Verlauf über Wölpinghausen, vorbei an Sachsenhagen in Richtung Lüdersfeld vor. Die B65 soll nahe Stadthagen gequert werden. Weiter geht es vorbei an Heuerßen über den Ausläufer der Bückeberge und in Richtung Apelern. Der Trassenverlauf soll westlich von Apelern weitergehen und die Autobahn queren. Weiter geht es westlich von Pohle und Hülsede bis die Trasse in Richtung Bad Münder aus dem Kreisgebiet herausläuft (Einsehbar unter www.amprion.net).

Informationsveranstaltungen zum genauen Trassenverlauf

Amprion hat diesen noch groben Trassenvorschlag (etwa 250 Meter Breite) bereits in zahlreichen Informationsveranstaltungen vorgestellt. Dabei wurden auch Einwände und Vorschläge von Bürgern aufgenommen. Zudem wurden die in Frage kommenden Flächen nach verschiedenen Kriterien untersucht, unter anderem auf mögliche Altlasten, Kampfmittel und archäologisch bedeutsame Stätten. Auf dieser Grundlage erarbeiten die Planer von Amprion nun die „Feintrassierung“. In diesem Teil des Prozesses sind sie weit vorangeschritten. So soll voraussichtlich in der 34. Woche, also ab dem 17. August, eine weitere Reihe von Informationsveranstaltungen im Raum Schaumburg starten, wie Mariella Raulf ankündigte. Hier würde die Antragstrasse vorgestellt, diese sei dann „flurstückgenau“. Dabei sei wieder geplant, die Informationsveranstaltungen wohnortnah an mehreren Orten anzubieten, um möglichst viele Interessierte erreichen zu können.

Diese Trasse geht ins Planfeststellungsverfahren, das wiederum mit Beteiligungs-Formaten wie öffentlichen Auslegungen verbunden ist. Dessen Abarbeitung wird wiederum einige Zeit brauchen. Ziel sei es, im Laufe des Jahres 2028 in allen Abschnitten des Rhein-Main-Links mit den Bauarbeiten zu starten (Inbetriebnahme soll 2033 sein). Wann in Schaumburg genau die ersten Bagger rollen, sei jedoch kaum absehbar.

Fläche nach Verlegung wieder nutzbar

Es geht um ein Bauprojekt von erheblichem Umfang. Dieses soll weitgehend in offener Bauweise erledigt werden, oftmals werden Baustraßen zur Schonung des Bodens angelegt. Die Kabel werden in Gräben von etwa 1,80 Metern Tiefe verlegt. Der Arbeitsstreifen während der Verlegung soll bis zu 65 Meter Breite haben. Anschließend verfüllen die beauftragten Bauunternehmen das Gelände wieder, damit es weiter landwirtschaftlich nutzbar ist. Die Besitzer werden für die entstehenden Einnahmeverluste entschädigt. Die Maßnahmen sollen möglichst bodenschonend erledigt werden, hierzu wirken auch entsprechende Fachleute mit.
Bereits im bisherigen Prozess habe man mit zahlreichen Anliegern in Kontakt gestanden, wie Mariella Raulf erklärte. So seien wohl die allermeisten Bodenbesitzer, die von der tatsächlichen Maßnahme betroffen seien, bereits ein Stück weit über das Thema informiert. Auch das Landvolk sei eingebunden und habe seine Mitglieder aufgeklärt.
Foto: IPA/Tobias Meinhardt


Bastian Borchers
Bastian Borchers
Redakteur Schaumburger Wochenblatt
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