Erstmals seit längerer Zeit hat sich wieder eine geschlossene Schneedecke über das Schaumburger Land gelegt. Zur Freude viele Kinder und junger Familien, die die Schlitten aus Kellern und Garagen kramten, zum Ärger nicht weniger Autofahrer.
Knirschender Schnee unter den Füßen, wenn man über die Bürgersteige läuft, Eiszapfen an Dachrinnen und frostige Luft, die um die Nase weht; klassisches Winterwetter erlebten die Schaumburger in den letzten Jahren nur noch selten. Für viele war es so auch ein Grund zur Freude, als in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche die Flocken anfingen, zu fallen. Auf Wiesen, Waldwegen und Hängen entstand eine rodelfähige Schneeschicht und blieb tatsächlich liegen. So nutzten viele die Gelegenheit zu Winterspaziergängen. Mädchen und Jungen wagten die Schussfahrt auf dem Schlitten. Oder ließen sich von Mama oder Papa an der am Rodel angebrachten Schnur durch die eingefrorene Landschaft ziehen. Für noch mehr gute Laune in der jüngeren Generation dürfte der Schulausfall gesorgt haben.
Wer im Berufsverkehr mit dem Auto unterwegs war, empfand zumeist weniger Spaß an der weißen Pracht. Schließlich steigen Unfall- und Staugefahr auf glatten Straßen. Wobei sich die Winterdienste frühzeitig auf den Weg gemacht hatten, um der Gefahr entgegenzuwirken. Das Team des Baubetriebshofes Stadthagen zum Beispiel legt jeweils um 3 Uhr morgens los, damit die Straßen zum Start des Berufsverkehrs befahrbar sind. Eine zweite Schicht beginnt am späten Nachmittag und arbeitet bis in den späten Abend. Tatsächlich hielt sich die Zahl der Glätteunfälle im gesamten Kreisgebiet in Grenzen. Zeitweise sorgte von der Sonne geschmolzener Schnee, der anschließend wieder gefror für Oberflächen mit wenig Gripp. Einige Zusammenstöße waren die Folge.
Ein Anpassen der Fahrweise ist wichtig, um sicher zur Arbeit und anderen Zielorten zu kommen. Früh genug starten, die Geschwindigkeit auf die Witterung abzustimmen, empfehlen die Stadtverwaltungen den Bürgern. Hinzu kommt die Bitte um Rücksichtnahme auf die Mitarbeiter im Streudienst. Ein Streufahrzeug zum Beispiel sollte keinesfalls überholt werden.
Zudem sollten die Bürger die eigenen Winterdienstpflichten beachten. Die Gemeinden bestimmen hier die Regelungen, inwiefern Bürger verpflichtet sind, zum Beispiel die Gehwege an ihren Grundstücken zu reinigen.
Die Aussichten für die kommenden Tage lassen sich offenbar nur schwierig einschätzen. Die Ansagen der verschiedenen Wetterdienste widersprechen sich hier. Bei kritischen Lagen kann der Landkreis Schulausfälle anordnen. Eltern können sich hierzu unter schaumburg.de/schulausfaelle/ auf dem Internetauftritt des Landkreises informieren.
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