„Staat kann nicht alles lösen” | Schaumburger Wochenblatt

„Staat kann nicht alles lösen”

Kreishandwerksmeister Dieter Ahrens begrüßt die Gäste auf dem Handwerkerfrühstück bei der Regionalschau.  (Foto: bb)
Kreishandwerksmeister Dieter Ahrens begrüßt die Gäste auf dem Handwerkerfrühstück bei der Regionalschau. (Foto: bb)
Kreishandwerksmeister Dieter Ahrens begrüßt die Gäste auf dem Handwerkerfrühstück bei der Regionalschau. (Foto: bb)
Kreishandwerksmeister Dieter Ahrens begrüßt die Gäste auf dem Handwerkerfrühstück bei der Regionalschau. (Foto: bb)
Kreishandwerksmeister Dieter Ahrens begrüßt die Gäste auf dem Handwerkerfrühstück bei der Regionalschau. (Foto: bb)

Die Schaumburger Regionalschau hat bei strahlender Frühlingssonne Tausende von Gästen auf das Ausstellungsgelände auf dem Festplatz in Stadthagen gelockt. Wie in den Vorjahren bildete das Handwerkerfrühstück einen Höhepunkt im Veranstaltungsprogramm, bei dem die Redner trotz der derzeit schwierigen allgemeinen Wirtschaftslage betonten, dass die Beschäftigten im Handwerk zuversichtlich in die Zukunft blicken könnten.

„Wir brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, die auch einmal über die Dauer einer Regierungsperiode hinausgehen“, betonte Kreishandwerksmeister Dieter Ahrens in seiner Einleitungsrede. Das Hin und Her in den vergangenen Jahren in der Frage der Wärmeversorgung im Wohnbereich führe für die Unternehmen jedoch zu einer ganz erheblichen Verunsicherung.
Im Bereich der Energieversorgung gelte es, sich nicht wieder in einseitig Abhängigkeiten zu begeben. Ganz erhebliche Summen würden im Landkreis wie in Deutschland insgesamt für den Import fossiler Energieträger ausgegeben. Mit einem höheren Anteil erneuerbarer Energien könne es gelingen, diese Wertschöpfung vor Ort zu belassen.
Er vermisse in Teilen der Jugend und der Gesellschaft ein Stück weit das Bewusstsein für Eigenverantwortung. Man habe sich daran gewöhnt, immer größere Bereiche an den Staat abzugeben. „Der Staat kann nicht alles lösen“, so Ahrens. Es sei nicht nachhaltig, „alles durch Geld gutzumachen“.
Die derzeitig schwierige Lage ändere jedoch nichts daran, dass das Handwerk für Deutschland ein bedeutendes wirtschaftliches und gesellschaftliches Fundament sei. „Das Handwerk beruht auf einer jahrhundertealten Tradition, aber es modernisiert sich jeden Tag“, hielt Ahrens fest. Um das duale Ausbildungssystem werde Deutschland weltweit beneidet. Ein Ausbildungsabschluss im Handwerk könne sich in aller Welt sehen lassen.
Eine Einschätzung, die Cornelia Höltkemeier, Geschäftsführerin der Landesvereinigung Bauwirtschaft, und der Landes-Wirtschaftsminister Grant-Hendrik Tonne in einer anschließenden Podiumsdiskussion unterstrichen.
Höltkemeier betonte, dass das Handwerk sichere Arbeitsplätze mit guten Verdienstmöglichkeiten in hochinteressanten, kreativen Tätigkeiten biete. Es sei intensiv in der Öffentlichkeitsarbeit tätig, um dies bewusst zu machen. Mangele es an Nachwuchs, sei dies nicht allein ein Problem des Handwerks, sondern der Gesellschaft insgesamt, weil dann die Kräfte zum Decken von Dächern oder Warten der Heizung fehlen würden.
Tonne wie Höltkemeier begrüßten den „Bauturbo“, weil dieser mehr Freiheiten biete. Es gelte, diese in den Kommunen auch zu nutzen. Wichtig, um im Bereich der Entbürokratisierung tatsächlich voranzukommen, sei auch eine Änderung der Einstellung auf allen Seiten vom Verbraucher bis hin zu den Behörden. Hier brauche es mehr Mut. Tonne ergänzte, es gehöre die Bereitschaft dazu, sich auf Veränderung auch tatsächlich einzulassen.
Foto: bb


Bastian Borchers
Bastian Borchers
Redakteur Schaumburger Wochenblatt
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