Zurück im heimischen Landkreis könnte man den bisherigen beruflichen Werdegang der 31-jährigen Ricarda Mohr beschreiben. Die gebürtige Rintelnerin tat am 1. April die Nachfolge von Jessica Lietzau im Amt für Wirtschaftsförderung bei der Stadt Stadthagen an. Nach ihrem Studium „Stadt- und Regionalmanagement“ an der Hochschule in Salzgitter, hatte sich Mohr zunächst einmal sechs Monate Zeit genommen und mit ihrem ausgebauten VW Europa bereist.
Berufsstart in Rinteln
Ihre erste Stelle erhielt sie als Stadtmanagerin beim Verein Pro Rinteln in ihrer Heimatstadt. Mitte 2021 wechselte sie als Zentrumsmanagerin in die Wirtschaftsförderung der Stadt Herford. Circa zwei Jahre später startete Ricarda Mohr zunächst als Trainee (praxisnahes Unternehmensprogramm) bei einer Agentur für Verkehr, Transport und Logistik in Detmold und wurde hier anschließend Online-Marketing-Managerin. Wirtschaftsförderer Lars Masurek ist überzeugt, dass die Erfahrungen, die Ricarda Mohr in den unterschiedlichen Bereichen gemacht hat, sehr förderlich für die weitere Entwicklung in der Kreisstadt sind. Im Gespräch mit dem Schaumburger Wochenblatt bekundete Mohr, dass sie ein großes Interesse am Leerstandsmanagement habe.
Stadthagen hat weniger Leerstände als andere
Sie gehe durch die Innenstädte und schaue sich überall die leerstehenden Gebäude an. „Ich finde es spannend, was man daraus machen kann,“ schilderte sie. Im Verhältnis zu anderen vergleichbaren Städten habe Stadthagen gefühlsmäßig deutlich weniger Leerstände. In ihrer Bachelorarbeit hatte sie sich mit den Möglichkeiten von Coworking im ländlichen Raum beschäftigt. Auch wenn das Thema nicht den Kern ihrer jetzigen Aufgaben trifft, so ist sie sicher, vieles daraus nutzen zu können. Gemeinsam wollen Mohr und Masurek die Wirtschaftsförderung sichtbarer machen. Als erster Schritt dahin wird demnächst ein eigener Wirtschafts-Channel auf dem Portal „Stadtpunkt“ eingerichtet. In der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Stadtmarketing am Dienstag, 14. April ab 18.00 Uhr, wird die neue Mitarbeiterin vorgestellt. Hier werden auch die Weichen für eines der Projekte gestellt, die Ricarda Mohr zukünftig voranbringen soll. Nach dem Scheitern des „Stadt.Raum“ soll der „Stadt.Fonds“ trotz Wegfall der staatlichen Fördermittel fortgesetzt werden. Dazu haben sich bereits die Sparkasse Schaumburg, die Volksbank Hameln-Stadthagen sowie Dieter Kindermann vom Versicherungshaus RKA als Sponsoren bereit erklärt. Sie wollen für zunächst ein Jahr die Fördersumme von 25.000 Euro zur Verfügung stellen, wenn die Stadt sich mit ebenfalls dieser Summe beteiligt.
Mehrere Projekte in nächster Zukunft
Lars Masurek und Ricarda Mohr erarbeiten derzeit eine komplett neue Förderkulisse für dieses Projekt. Für die Belebung der Innenstadt erstellen die beiden Wirtschaftsfachleute zeitnah ein Konzept für eine Gründer-Initiative in Kooperation mit anderen Beteiligten. Für die bevorstehende Schaumburger Regionalschau hat die „Neue“ ein Plakat entworfen. Auf der Messe wird die Wirtschaftsförderung gemeinsam mit dem Stadtmarketingverein (SMS) und der „Business-Angel-Initiative“ vertreten sein. Thema: „Starke Partner für Stadthagens Gründer & Mittelstand“. Die neue Wirtschaftsförderin freut sich auf die vielfältigen bevorstehenden Aufgaben und wird in Abwesenheit von Masurek dessen Stellvertretung übernehmen. Privaten Ausgleich findet die Rintelnerin beim kreativen Arbeiten, Malen, Basteln, Filmen, Fotografieren und beim Bouldern (Sportklettern ohne Seil und Gurt). Das Schaumburger Wochenblatt wünscht Ricarda Mohr einen guten Start.
„Ich finde es spannend, was man daraus machen kann!”