Kolumne: Frühjahrsmüdigkeit vs Frühlingsgefühle
Wir alle, nun ja, fast alle, haben ihn erwartet – den Frühling. Spätestens, wenn im April und Mai die Sonne immer höher steht, die Temperaturen steigen und uns die Vögel bereits in den frühen Morgenstunden beim Zwitschern um die Wette um eine weitere Stunde Schlaf bringen, ist er da, der Frühling. Da passiert etwas Merkwürdiges: Der Mensch spricht von Frühjahrsmüdigkeit. Ich biete eine einfache Erklärung an: Die Frühjahrsmüdigkeit ist einfach eine Fortsetzung des Winterschlafes. Der allerdings ist wissenschaftlich belegt – jedenfalls bei sehr vielen Lebewesen. Ganz anders die Mähr um die Frühjahrsmüdigkeit beim Menschen. Seriöse wissenschaftliche Untersuchungen kommen allesamt zu dem Ergebnis, dass es dieses Phänomen eigentlich (eines der unglücklichsten Wörter in der deutschen Sprache – denken Sie einmal darüber nach, warum) gar nicht gibt. Versuche, den Effekt mit veränderten Hormonhaushalten und der Trägheit unseres überzüchteten Organismus, sich an die Umstellung zu gewöhnen zu erklären, klingen für mich wie eine Computermeldung:“ Das System wird neu gestartet. Bitte warten!“ Danach funktioniert einiges anders, manches gar nicht mehr.