Im Landkreis Schaumburg ist die registrierte Gewaltkriminalität 2025 spürbar zurückgegangen – zugleich bleibt das Thema für Polizei und Gesellschaft sensibel. Besonders im Fokus stehen Rohheitsdelikte, Messerangriffe und häusliche Gewalt.
Rohheitsdelikte – also unter anderem einfache und gefährliche Körperverletzungen sowie Straftaten gegen die persönliche Freiheit – sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Die Polizei registrierte 2025 insgesamt 1.638 Fälle, nach 1.822 Fällen im Jahr 2024, was einem Minus von 10,1 Prozent entspricht. In der Deliktsstruktur machen Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit gemeinsam mit Straftaten gegen das Leben und die sexuelle Selbstbestimmung 22,78 Prozent aller registrierten Straftaten aus und damit gut ein Fünftel des Gesamtaufkommens.
Polizeidirektor Stefan Schara betont im Zusammenhang mit der Gesamtkriminalität: „Sicherheit ist ein zentrales Grundbedürfnis der Menschen. Gewaltstraftaten, Krisen sowie politische und gesellschaftliche Debatten können das Sicherheitsgefühl dennoch beeinträchtigen.“ Zugleich verweist er darauf, dass die Menschen in den Landkreisen Nienburg und Schaumburg nach wie vor „statistisch sicherer leben“ als im Landesdurchschnitt.
Gewaltdelikte und Messerangriffe
Unter der Überschrift „Gewaltdelikte und Messerangriffe gesunken“ weist die Kriminalstatistik einen weiteren Rückgang schwerer Gewalt aus. Die Zahl der Gewaltdelikte, zu denen herausragende Delikte wie Raub, gefährliche und schwere Körperverletzung, Raub, erpresserischer Menschenraub oder Geiselnahme zählen, sank von 353 auf 326 Taten. Auch das Phänomen Messerangriff ist rückläufig: Hier wurden 2025 nur noch 44 Fälle erfasst, nach 54 Fällen im Jahr zuvor.
In der Zehnjahresbetrachtung zeigt sich bei der Gewaltkriminalität ein deutlicher Anstieg bis 2024 und nun wieder ein Rückgang. Die Grafik im Bericht weist für 2021 noch 223 Fälle aus, 2022 bereits 301, 2023 dann 314 und 2024 schließlich 353 Gewaltdelikte, bevor die Fallzahl 2025 wieder auf 326 absank.
LK Schaumburg
2020–2025
Erfasste Fälle von Gewaltkriminalität und Messerangriffen im LK Schaumburg
Häusliche Gewalt
Häusliche Gewalt bleibt trotz eines leichten Rückgangs auf hohem Niveau. Nach 650 angezeigten Fällen im Jahr 2024 verzeichnete die Polizei 2025 im Landkreis 594 Fälle, was einem Minus von 8,62 Prozent entspricht. In der Mehrjahresübersicht wird sichtbar, dass die Zahlen zuvor deutlich gestiegen waren: 2022 wurden 465 Fälle registriert, 2023 bereits 613, 2024 dann 650, bevor die Statistik 2025 auf 594 Fälle zurückgeht.
Die Polizei stellt klar, dass hinter jeder Zahl ein Schicksal steht: „Die Zahl der Fälle von Häuslicher Gewalt ist weiterhin hoch. Wir ermutigen Betroffene dazu, Anzeige zu erstatten und unterstützen sie auf dem Weg in ein gewaltfreies Leben“, sagt Stefan Schara. Prävention und die enge Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnerinnen und -partnern blieben dabei „zentral“, zudem baue der Kontaktbeamte für Jugendliche Hemmschwellen ab und sei eine „verlässliche Vertrauensperson“.
Die Zahl der Fälle von Häuslicher Gewalt ist weiterhin hoch. Wir ermutigen Betroffene dazu, Anzeige zu erstatten und unterstützen sie auf dem Weg in ein gewaltfreies Leben. Prävention sowie die enge Zusammenarbeit mit unseren Netzwerkpartnerinnen und -partnern bleiben dabei zentral. Unser Kontaktbeamter für Jugendliche baut Hemmschwellen ab und ist eine verlässliche Vertrauensperson.“
LK Schaumburg
2022–2025
Erfasste Fälle häuslicher Gewalt im LK Schaumburg