Die Freiwillige Feuerwehr Lindhorst begeht vom 21. bis 23. August 2026 ihr Jubiläum. Seit 1926 steht die Wehr für Sicherheit, Zusammenhalt und Engagement im Dorf. Das Festwochenende würdigt diese Arbeit und dankt allen, die die Feuerwehr unterstützen – Mitgliedern, Familien, Förderern und der gesamten Dorfgemeinschaft.
Die Chronik der Lindhorster Feuerwehr ist geprägt von Wandel und Kontinuität. Aus einer kleinen Gemeinschaft von Freiwilligen entwickelte sich über die Jahrzehnte eine moderne Einsatztruppe, die Tradition und technischem Fortschritt gleichermaßen verpflichtet ist. Historische Fahrzeuge im Festumzug erzählen ebenso von dieser Geschichte wie die modernen Geräte, die heute im Einsatz sind.
Zum Jubiläum erwartet die Gäste ein vielfältiges Programm: Kinderdisko und Zeltparty am Freitag, großer Festumzug, Kommers mit Ehrungen und Tanz mit der Coverband Impuls am Samstag sowie Gottesdienst und traditionelles Katerfrühstück mit den Nettelreder Musikanten am Sonntag. Zwei Fahrgeschäfte am Festplatz am Freibad runden das Angebot für Familien ab.
Vom 21. bis 23. August feiert die Freiwillige Feuerwehr Lindhorst ihr 100-jähriges Bestehen. Hinter einem Jahrhundert Dienst an der Allgemeinheit stehen nicht nur moderne Einsatzfahrzeuge und Technik, sondern vor allem die Menschen im Ort – und eine Vereinsgeschichte voller bewegender Momente und kurioser Anekdoten.
Am 1. November 1926 schlossen sich 36 Lindhorster Bürger zusammen, um die Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Die Ausrüstung war bescheiden: Statt moderner Löschfahrzeuge standen lediglich eine Handdruckspritze und Hakenleitern zur Verfügung. Für die Anfahrt zum Einsatzort mussten hiesige Landwirte mit ihren Pferden – später mit Traktoren – aushelfen. Die erste Belastungsprobe folgte bereits im darauffolgenden Jahr beim Großbrand auf dem Rittergut Remeringhausen. Scheune und Kuhstall fielen den Flammen zum Opfer, weitere Gebäude konnten jedoch im Verbund mit der Feuerwehr Stadthagen gerettet werden.
Eine Besonderheit wies das Feuerwehrhaus von 1936 auf: Der damalige Unterrichtsraum diente zugleich als Arrestzelle der Gemeinde und wurde im Ort Volksmund „Zuchthaus“ genannt. Fand dort gerade kein Arrest statt, hielten die Feuerwehrleute zwischen vergitterten Fenstern und Schlafpritschen ihren Dienst ab.
Auch musikalisch beschritt die Wehr früh eigene Wege. Als einige Mitglieder 1928 eine Blaskapelle ins Leben riefen, konnte zunächst keiner von ihnen Noten lesen. Über Spenden und Eigeninitiative wurden Instrumente beschafft, und unter der Anleitung eines Kapellmeisters erlernten die Männer das Musizieren. Bereits wenig später gehörte die Lindhorster Feuerwehrkapelle zum festen Bestandteil regionaler Feste.
Die Geschichte der Wehr spiegelt jedoch auch die dunklen Kapitel des 20. Jahrhunderts wider. Während des Zweiten Weltkriegs wurden zahlreiche Aktive zum Kriegsdienst eingezogen, weshalb ältere Kameraden erneut den Dienst übernehmen mussten. 25 Mitglieder kehrten nicht aus dem Krieg zurück. Beim anschließenden Wiederaufbau ab 1945 erweiterten sich die Aufgaben zusehends: Neben der Brandbekämpfung lenkten das Auspumpen von Kellern und Brunnen, das Entschlammen von Löschteichen sowie die Unterstützung beim Bau der örtlichen Wasser- und Kanalisationsnetze den Feuerwehralltag.
In den folgenden Jahrzehnten wuchsen mit dem technischen Fortschritt auch die Anforderungen an die Einsatzkräfte. 1975 unterstützten Lindhorster Feuerwehrleute die Rettungsarbeiten bei den verheerenden Waldbränden in der Lüneburger Heide. 1981 brannte ein Wagen des D-Zuges Berlin–Aachen direkt vor dem Bahnhof Lindhorst. Ein prägendes Ereignis war zudem die Gasexplosion in der Wäscherei Schubert im Jahr 1988: Ein damals schwer verletztes Mitglied der Jugendfeuerwehr ist der Wehr bis heute als aktiver Feuerwehrmann treu geblieben.
Neben den oft gefahrvollen Einsätzen verzeichnet die Chronik auch kuriose Vorfälle. Am 4. Januar 1987 musste die Feuerwehr zu einem ungewöhnlichen Rettungseinsatz ausrücken: Ein angetrunkener Gast einer Gaststätte hatte sich einen Barhocker über den Kopf gestülpt und konnte sich nicht mehr selbstständig befreien. Die Einsatzkräfte lösten das Problem unbürokratisch. Der Betroffene konnte den Grund für seine Handlung im Nachgang nicht mehr schlüssig erklären.
Unerwartet verlief ebenso ein Einsatz im Jahr 2009. Bei einem Wohnungsbrand hatte der Bewohner sein Wohnzimmer als Werkstatt für Motorroller genutzt. Während der Löscharbeiten stürzte ein Regal um, auf dem offene Behälter mit weißer Wandfarbe lagerten. In der Folge verließen einige Atemschutzgeräteträger das Gebäude mit ungewohnter, weiß verschmierter Schutzkleidung.
Aus den Anfängen mit Handdruckspritze und Pferdegespann hat sich in 100 Jahren eine modern ausgerüstete Stützpunktfeuerwehr entwickelt. Das Grundprinzip ist jedoch unverändert geblieben: Ehrenamtliche engagieren sich in ihrer Freizeit für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Mit der Jugendfeuerwehr (gegründet 1965) und der Kinderfeuerwehr (seit 2009) ist der Nachwuchs gesichert. Auch gesellschaftlich ist die Wehr im Dorfleben verankert, etwa durch das jährliche Maifest am Feuerwehrhaus.
Die 100-jährige Geschichte der Feuerwehr Lindhorst wurde in einer ausführlichen Festschrift dokumentiert, die zum Jubiläum erhältlich ist.
Ein ganzes Jahrhundert im Dienst der Gemeinschaft. Die Freiwillige Feuerwehr Lindhorst feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen – und lädt vom 21. bis 23. August zu einem großen Jubiläumswochenende ein. Rund um den Festplatz am Freibad erwartet die Besucher ein abwechslungsreiches Programm.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1926 steht die Feuerwehr für Einsatzbereitschaft, Zusammenhalt und ehrenamtliches Engagement. Das Jubiläum soll daher nicht nur die Geschichte würdigen, sondern auch ein Dank an alle sein, die die Arbeit der Wehr über Jahrzehnte hinweg unterstützt haben – von den aktiven und ehemaligen Mitgliedern bis hin zu Familien, Förderern und der gesamten Dorfgemeinschaft.
Der Auftakt erfolgt am Freitag, 21. August. Ab 17 Uhr gehört das Festzelt zunächst den jüngsten Gästen: Bei einer Kinderdisko können sie mit Musik und Spielen in das Jubiläumswochenende starten. Am Abend, ab 20 Uhr, geht das Programm in eine große Zeltparty über, die den offiziellen Beginn der Feierlichkeiten markiert.
Im Mittelpunkt des Samstags steht die Feuerwehr selbst. Ab 13 Uhr zieht ein großer Festumzug durch Lindhorst. Neben historischen und modernen Einsatzfahrzeugen beteiligen sich auch Vereine und Gäste, die die Entwicklung und Vielfalt der Feuerwehr präsentieren. Am Nachmittag, ab 15 Uhr, folgt der feierliche Kommers mit Grußworten, Ehrungen und einem Rückblick auf die vergangenen 100 Jahre. Der Abend klingt ab 19 Uhr mit Tanz im Festzelt aus. Für die passende Stimmung sorgt die Party-Coverband „Impuls“.
Der Sonntag bietet einen ruhigeren Ausklang. Ab 11.30 Uhr findet ein Gottesdienst im Festzelt statt. Im Anschluss, ab 12 Uhr, lädt die Feuerwehr zum traditionellen Katerfrühstück ein, musikalisch begleitet von den Nettelreder Musikanten.
Auch abseits des Festzelts ist für Unterhaltung gesorgt: Zwei Fahrgeschäfte auf dem Festplatz bieten insbesondere Familien zusätzliche Attraktionen. Karten für den Tanzabend sowie das Katerfrühstück sind noch bis zum 13. August bei der Volksbank, der Sparkasse und bei Getränke Damke in Lindhorst erhältlich.