100 Jahre Ortsfeuerwehr Engern | Schaumburger Wochenblatt

16.09.2026 08:49

100 Jahre Ortsfeuerwehr Engern

60, 50, 40 Jahre und 25 Jahre als Förderer. Die Liste der Geehrten bei der 100-Jahr-Feier der Ortswehr Engern ist lang. (Foto: ste)
60, 50, 40 Jahre und 25 Jahre als Förderer. Die Liste der Geehrten bei der 100-Jahr-Feier der Ortswehr Engern ist lang. (Foto: ste)
60, 50, 40 Jahre und 25 Jahre als Förderer. Die Liste der Geehrten bei der 100-Jahr-Feier der Ortswehr Engern ist lang. (Foto: ste)
60, 50, 40 Jahre und 25 Jahre als Förderer. Die Liste der Geehrten bei der 100-Jahr-Feier der Ortswehr Engern ist lang. (Foto: ste)
60, 50, 40 Jahre und 25 Jahre als Förderer. Die Liste der Geehrten bei der 100-Jahr-Feier der Ortswehr Engern ist lang. (Foto: ste)

Ein Jahrhundert voller Hilfsbereitschaft: Die Ortsfeuerwehr Engern feierte im Rahmen eines Festkommerses ihr 100-jähriges Bestehen. Dabei machte Ortsbrandmeister Thomas Reese deutlich, dass dieses Jubiläum weit mehr ist als nur ein Rückblick auf vergangene Jahrzehnte. Er betonte vor geladenen Gästen, dass die Wehr vor allem den Fokus auf die Zukunft richtet. Ein zentraler Baustein dafür ist die mittlerweile wiederbelebte Jugendfeuerwehr, die den dringend benötigten Nachwuchs sichert. Zudem trug eine erfolgreiche Mitgliederwerbung Früchte, durch die sich 14 neue Unterstützer und ein neues aktives Mitglied fanden. Damit zählt die Wehr aktuell 22 aktive Einsatzkräfte bei insgesamt 202 Mitgliedern.

Feuerwehrtreue über 60 Jahre

Ein besonderer Höhepunkt des Abends waren die Ehrungen langjähriger Mitglieder und Förderer. Kreisbrandmeister Joachim Muth überreichte Karl-Heinz Patiga die Auszeichnung für 60 Jahre Feuerwehrdienst. Für ein halbes Jahrhundert im Dienste der Allgemeinheit wurde Heinz-Peter Zerbst geehrt, während Stefan Diekmann für seine 40-jährige Zugehörigkeit ausgezeichnet wurde. Darüber hinaus erfuhren auch die fördernden Mitglieder eine besondere Würdigung: Isabell Peschek-Röhrs, Peter Ernst und Bernd Sadra fördern seit 25 Jahren die Wehr.

Anerkennung und Respekt

Zahlreiche Ehrengäste nutzten den Festkommers, um ihre Anerkennung und ihren Respekt für die Arbeit der Feuerwehr auszudrücken. Bürgermeisterin Andrea Lange hob hervor, dass Feuerwehren wunderbaren Botschafter einer Stadt seien und jüngste Ereignisse wie Waldbrände einmal mehr die unschätzbare Wichtigkeit dieser Wehren vor Augen geführt hätte. Erste Kreisrätin Andrea Stüdemann betonte, dass es in Krisensituationen essenziell sei, die passenden Köpfe zu kennen, und bescheinigte Ortsbrandmeister Thomas Reese, dafür ein hervorragendes Händchen zu haben. Die Vorsitzende des Feuerschutzausschusses der Stadt Rinteln, Anna-Lena Tegtmeier, erklärte, dass in Engern Mut, Kameradschaft und garantierte Sicherheit rund um die Uhr von den Aktiven gelebt werden. Ortsbürgermeister Dieter Horn ergänzte, dass die Wehr neben ihrer eigentlichen Kernaufgabe auch im Dorfleben selbst eine erhebliche Menge an wertvoller Arbeit leistet. Kreisbrandmeister Joachim Muth unterstrich in seinem Grußwort, dass Feuerwehren angesichts immer weiter steigender Herausforderungen vor allem Verantwortung leben, wobei eine starke Kameradschaft das Fundament für diese erfolgreiche Arbeit bildet. Abschließend bekräftigte Stadtbrandmeister Tim Schinz, dass in Engern durch die erfolgreiche Wiederbelebung der Jugendfeuerwehr die Zukunft der Wehr nachhaltig gesichert ist.

Die Geschichte der Wehr

Ein Jahrhundert voller Mut, Technikwandel und starkem Zusammenhalt prägt die Historie, in der die Ortsfeuerwehr Engern auf stolze 100 Jahre ehrenamtlichen Einsatz für die Sicherheit der Bürger zurückblickt. Alles begann im Jahr 1926, als sich 20 engagierte Kameraden zusammenschlossen, um die bisherige Pflichtfeuerwehr durch eine freiwillige Truppe abzulösen. Was in den Anfangsjahren noch mit einfachsten Mitteln und trecker- oder handgezogenen Anhängern begann, entwickelte sich über die Jahrzehnte hinweg zu einer modernen und unverzichtbaren Stütze des Brand- und Katastrophenschutzes. Einen Meilenstein setzte die Wehr im Jahr 1952 mit dem Bau des eigenen Feuerwehrgerätehauses samt Schlauchturm am Schweinemarkt. Auch strukturelle Veränderungen wie die kommunale Gebietsreform im Jahr 1974, bei der Engern als Ortsfeuerwehr in die Stadt Rinteln eingegliedert wurde, meisterten die Einsatzkräfte mit Weitsicht. Besonders wegweisend war zudem das Jahr 1993, in dem mit der Gründung der Jugendfeuerwehr der Grundstein für eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit gelegt wurde, die bis heute den Fortbestand des Ehrenamts sichert. Neben dem Ernstfall prägen längst liebgewonnene Traditionen wie der alle zwei Jahre ausgetragene Gänsemarsch oder das beliebte Tannenbaumschreddern das Dorfleben.


Sonja und Stephan Weichert
Sonja und Stephan Weichert
Freie Journalisten
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