Die Stadt sei nach wie vor „stark und potent”, führte der Verwaltungschef weiter aus. Dennoch habe man den Haushalt ohne einen Griff in die Rücklagen nicht ausgleichen können. 165 000 Euro fließen in den Verwaltungshaushalt. Noch könne man Dinge anfassen. Den Etat bezeichnete er als „Planwerk, das solide aufgestellt ist”.
Die gleiche Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage im allgemeinen und zur Situation in der Stadt gab es auch von SPD und CDU zu hören. Beide Parteien teilen die Einschätzung des Kämmerers, dennoch weiter zu investieren und die Stadt damit weiter nach vorne zu bringen. Den Ausbau des Bereichs Tor/Allee wertete SPD/FDP-Gruppensprecher Hans-Dieter Brand als arbeitsplatzsichernde Investition. Durch Maßnahmen wie diese werde das Straßenbild abgerundet. Vor diesem Hintergrund seien auch die Ausbauten der Kreuzung Lange Straße und der Bau eines Kreisels beim Rewe-Markt positiv zu sehen.
Es werde aber nicht nur an Straßen gedacht. Brand ging auf die Investitionen für Spielplätze ein, die in diesem Jahr mit Spielgeräten im Wert von 5000 Euro aufgewertet werden sollen. Die Ziele bei der Jugendarbeit umriss der Fraktionssprecher mit den drei Eckpunkten: Vereinsgebundene Jugendarbeit, die ROWOKI und die offene Jugendarbeit im Magic House. Endlich könne auch die lange fällige Renovierung der Duschräume im Rodenberger Sportheim in Angriff genommen werden. Brand lobte in diesem Zusammenhang die außergewöhnlich positive Atmosphäre, die seiner Einschätzung nach zwischen den Rodenberger Vereinen, der Politik und der Verwaltung herrschen würde. „Das lässt dann bestimmte Dinge auch mal schneller geschehen”, führte der SPD-Politiker fort.
Dass sich die Stadt in „unruhigem Fahrwasser” befinde, liege an der allgemeinen wirtschaftliche Lage, erklärte der CDU-Fraktionssprecher Carsten Schulz. „Aber die Entwicklung der Stadt ist deswegen nicht zum Erliegen gekommen, das allein ist in diesen Zeiten schon ein Erfolg”, lobte er. Wichtig war für ihn, dass für den Ausgleich des Haushalts kein Kredit aufgenommen werden musste, sondern eine Entnahme aus der Rücklage in Höhe von 280 000 Euro.
Besonders erwähnte Schulz den Einbruch bei den Gewerbesteuern um 50 Prozent. Um verlässliche Einnahmen erzielen zu können, sollte an die Errichtung von Garagenanlagen nachgedacht werden. „Hier muss unserer Meinung nach kontinuierlich weitergearbeitet werden”, sagte Schulz.
Der Haushaltsplan für 2010 schließt im Verwaltungshaushalt in Einnahme und Ausgabe mit 3,833 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt mit 1,774 Millionen Euro ab. Das Aufkommen der Gewerbesteuer sinkt im Vergleich zu 2008 um 655 859 Euro auf
715 200 Euro und der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer um 202 520 Euro auf 1 950 000 Euro. Die Kreisumlage ermäßigt sich auf 1,503 000 Euro und die Samtgemeindeumlage steigt auf 1,590 400 Euro. Eine freie Spitze ist nicht vorhanden.