Die Theater-AG des Gymnasium Ernestinum lädt am 29., 30. Juni und 1. Juli jeweils um 19.30 Uhr zur Aufführung des einstudierten Stücks „Frühlingserwachen” oder „wildness is an necessity” ein. Karten dazu gibt es in der Bücherei des Gymnasium für fünf Euro, ermäßigt drei Euro. AG-Leiter Alexander Wolf und seine Bühnenakteure haben sich für das Stück entschieden, das von Frank Wedekind 1890 geschrieben wurde und von Zeitgenossen als „Pornografie” verschrien war.
An Aktualität hat es nicht verloren. Probleme von Heranwachsenden mit ihren Eltern, mit der Schule, mit der Sexualität und letztlich mit sich selbst machten den jungen Menschen auch damals schon zu schaffen. Statt aufzuklären wird unterdrückt und tabuisiert. Die Folge davon sind persönliche Katastrophen. Die Theater-AG hat sich für eine moderne Version des Stückes entschieden, bricht quasi die Handlung und die Personen um auf das Hier und Jetzt. Dabei werden auch die Problemstellungen auf heutige Verhältnisse erweitert: Alkohol, Drogen, Missverständnisse erweitern das von Wedekind beschriebene „Frühlingserwachen” der Heranwachsenden. Außerdem ist die Sichtweise verändert worden.
Während Frank Wedekind die Probleme aus der Sicht der Erwachsenen beschrieben hat, konzentrierten sich die Rintelner Gymnasiasten auf die Sicht der Heranwachsenden. Dazu, so Alexander Wolf, habe man seit Oktober des letzten Jahres geprobt, war eine Woche auf Burg Ludwigstein und habe dort den Grundpfeiler für die Aufführungen gelegt. Die Tragödie hat aber auch ihre komödiantischen Elemente, denn Wedekind Auffassung war: „Tragödie kommt erst richtig durch Komödie zur Geltung!” Getreu dem Motto „Der Schatten entspringt dem Licht!” Der elfte Jahrgang des Gymnasium Ernestinum freut sich auf möglichst viele Zuschauer jeden Alters und verspricht einen dramatischen, aufklärenden Abend.
Foto: ste