Während Gutachter das stark beschädigte und denkmalgeschützte „Direktorenhaus” prüfen, läuft der Betrieb des Kinderschutzbundes dank einer schnellen Interimslösung in der Ostertorstraße bereits wieder auf Hochtouren.
Das historische „Direktorenhaus“ – jahrelang die sichere Heimstatt des Kinderschutzbundes – hinterlässt nach dem verheerenden Feuer im Obergeschoss ein Bild der Verwüstung. Die Schäden sind immens, und die Staatsanwaltschaft Bückeburg ermittelt wegen des dringenden Verdachts auf Brandstiftung. Besonders brisant: Eine unbefugte Person musste in der Brandnacht dramatisch aus den Flammen gerettet werden.
Aktuell läuft die Teil-Entkernung des Gebäudes durch die Spezialfirma Hotop. Eine Maßnahme, die zwingend notwendig ist, damit Versicherungsgutachter die Brandruine überhaupt betreten und das tatsächliche Ausmaß der Zerstörung beziffern können. Ob das geschichtsträchtige Haus überhaupt noch zu retten oder ein wirtschaftlicher Totalschaden ist, steht völlig in den Sternen: „In der Brandnacht hatten wir schon gedacht, dass das Gebäude verloren ist, dann keimte Hoffnung auf und nun müssen wir abwarten, was der Gutachter uns an Entscheidungsgrundlagen mitgibt“, zeichnete Bürgermeisterin Andrea Lange auf einer Pressekonferenz das emotionale Auf und Ab nach der Katastrophe nach.
Zitterpartie dauert an
Bis zu acht Wochen Zitterpartie stehen der Stadt nun bevor, bis alle Unterlagen vorliegen und die Gremien über Abriss oder Sanierung entscheiden können. Sollte eine Rettung möglich sein, droht eine langwierige, zweijährige Bauphase. Mitten in diesem Desaster gibt es jedoch einen entscheidenden Lichtblick: Die akute Notlage des Kinderschutzbundes konnte in Rekordzeit abgewendet werden. Dank des schnellen und entschlossenen Handelns aller Beteiligten wurde in der ehemaligen Schule am Ostertor im Handumdrehen eine Interimslösung aus dem Boden gestampft – und hier läuft der Betrieb bereits wieder absolut rund. Dass der Umzug trotz der Katastrophe so reibungslos funktionierte, ist keine Selbstverständlichkeit. Bürgermeisterin Lange bat um Verständnis dafür, dass viele gut gemeinte Angebote aus der Bevölkerung nicht sofort bezogen werden konnten: „Nicht jedes leerstehende Gebäude entspricht auch den hohen Anforderungen an das Kindeswohl bei Betreuungen!“ Jede Option musste im Sinne der Kinder sorgfältig geprüft und von der Landesstelle genehmigt werden. Das erklärte Ziel der Stadt bleibt trotz des harten Schlags unverändert: Sobald das Direktorenhaus wieder aufgebaut sein sollte, soll der Kinderschutzbund in seine alte Heimat zurückkehren.