Das zweite „Zuhause” vieler Kinder ist abgebrannt | Schaumburger Wochenblatt

Das zweite „Zuhause” vieler Kinder ist abgebrannt

Das denkmalgeschützte historische Gebäude des Kinderschutzundes brannte am vergangenen Wochenende. (Foto: ste)
Das denkmalgeschützte historische Gebäude des Kinderschutzundes brannte am vergangenen Wochenende. (Foto: ste)
Das denkmalgeschützte historische Gebäude des Kinderschutzundes brannte am vergangenen Wochenende. (Foto: ste)
Das denkmalgeschützte historische Gebäude des Kinderschutzundes brannte am vergangenen Wochenende. (Foto: ste)
Das denkmalgeschützte historische Gebäude des Kinderschutzundes brannte am vergangenen Wochenende. (Foto: ste)

Das war Rettung in letzter Sekunde, als es am Samstagabend in der Rintelner Innenstadt zu einem dramatischen Großbrand im Gebäude des Kinderschutzbundes Rinteln kam. Dank des schnellen Eintreffens der ersten Einsatzkräfte konnte ein Mann gerettet werden, der im dritten Stock vom Feuer eingeschlossen war und schon auf der Fensterbank saß. Da die Zeit für eine Leiterrettung nicht ausreichte, sprangen der Bewohner in ein Sprungkissen und blieb dabei unverletzt. Warum sich der Mann im Gebäude befand, ob er sich dort unberechtigt aufhielt und ob er etwas mit dem Brand zu tun hat, darum kümmert sich die Rintelner Polizei bei ihren Brandermittlungen

Gefährliche Suche nach Vermisstem

Für zusätzliche Dramatik sorgte die Aussage des Geretteten, sein Vater befinde sich noch im Gebäude. Feuerwehrleute suchten unter hohem Risiko unter Atemschutz die Wohnung ab, fanden jedoch niemanden. Später stellte sich heraus, dass der Vater zum Zeitpunkt des Brandes gar nicht im Haus war.

Herausforderungen und Großeinsatz

Der Einsatz gestaltete sich aus mehreren Gründen schwierig. Zum einen durch die enge Bebauung und die dichte Struktur der Innenstadt, das erschwerte den Zugang zum Gebäude. Zum anderen kam es an der Rintelner Drehleiter durch einen technischen Defekt zum Ausfall und sie musste durch Unterstützung aus dem Extertal ersetzt werden.

Wie geht es weiter?

Für die Kinder des Kinderschutzbundes war der Brand ein Schock. Schon am Sonntag war zu hören, dass es Aussagen wie „Mein Zuhause ist abgebrannt” gegeben haben soll. Für die Kinder ist das Gebäude wie ein zweites Zuhause. Wie es weitergehen soll, dazu gab Stadtjurist Maximilian Schneider ein kurzes Statement: „Seitens der Stadt wird aktiv an einer Übergangslösung für den Kinderschutzbund gearbeitet. Der Verwaltung ist sehr daran gelegen, diese schnellstmöglich zu gewährleisten.” Ob das Gebäude in seiner Substanz noch zu retten ist, das kann erst ermittelt werden, wenn der Brandort von der Ermittlungsbehörde freigegeben wurde und ein Sachverständiger ins Gebäude kommen kann. Die Schadenshöhe konnte Schneider noch nicht beziffern.


„Wir haben kein Zuhause mehr!”
„Wir haben kein Zuhause mehr!”

„Wir haben kein Zuhause mehr!”

Petra Rabbe-Hartinger

Wir haben kein Zuhause mehr

Für den Kinderschutzbund Rinteln ist der Brand dramatisch. Gegenüber der Schaumburger Wochenblatt gab Petra Rabbe-Hartinger an: „Wir haben kein Zuhause mehr!” 15 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren besuchten bislang den Hort nach der Schule. Mitarbeitende des Kinderschutzbundes hätten die Kinder in ihren jeweiligen Schule aufgesucht, um die Situation zu erklären. Dennoch: Den Kopf in den Sand will beim Kinderschutzbund niemand stecken. Zahlreiche Angebote für Räumlichkeiten seien von der Stadt, dem Landkreis und auch privaten Personen gekommen. Wer den Kinderschutzbund in dieser schweren Lage unterstützen möchte, der kann das auf dem Spendenkonto des Kinderschutzbundes Rinteln, DE45 2555 1480 0510 6449 25 (Deutscher Kinderschutzbund, Ortsverband Rinteln e.V.).


Sonja und Stephan Weichert
Sonja und Stephan Weichert
Freie Journalisten
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