Die Kreisfeuerwehrbereitschaft (KFB) Nord hat in einer großen Übung unter anderem die Rettung von Menschen unter Nullsicht, die Vermisstensuche und die Brandbekämpfung trainiert. Rund 200 Feuerwehrleute nahmen an der Aktion in Lauenhagen teil.
Die Planer hatten für die Übenden ein sehr komplexes Szenario vorbereitet. Nach dem Sammeln am Mittellandkanal bei Sachsenhagen fuhren die Einheiten der KFB Nord und sowie die Informations- und Kommunikationseinheit der Kreisfeuerwehr in Kolonne zum Gelände der Mensching GmbH & Co. KG. In Lauenhagen. Hier galt es nicht nur, ein „Feuer“ in der Maschinenhalle zu bekämpfen. Darüber hinaus sah die Übung mehrere vermisste Personen vor, auch umliegende Felder und Buschwerk hatten sich entzündet.
Die Einsatzleiter teilten die vier Züge auf verschiedene Einsatzbereiche zu. In der vernebelten Maschinenhalle machten sich Atemschutzgeräteträger unter Nullsicht daran, die Vermissten zu finden. Zeitgleich begannen Kameraden, den Brand in der Halle zu löschen.
An anderer Stelle galt es, zwei Personen zu Hilfe zu kommen, die unter großen Holzstämmen verschüttet waren. Weitere Personen mussten nach einem Dacheinsturz von einem meterhohen, losen Maishaufen gerettet werden. Zudem galt es, einen Hund sowie zwei Vermisste zu finden. Für die Brandbekämpfung war es nötig, eine Wasserversorgung vom Mittellandkanal aufzubauen.
In rund zwei Stunden bewältigten die Teams die Übungsaufgaben. Sie fanden die vermissten in der vernebelten Halle und brachten sie in Sicherheit. Das Feuer wurde gelöscht und die Halle mittels Hochdrucklüfter entraucht. Mit Hilfe von schwerem hydraulischem Gerät und einer Motorkettensäge befreiten Feuerwehrleute zwei Personen aus der kritischen Situation unter dem massiven Holz.
Andere Trupps retteten Personen mit Steckleiterteilen und Feuerwehrleinen vom Maishaufen. Mittels Drohne wurden die beiden Vermissten sowie der Hund auf einem nahegelegenen Feld entdeckt. Durch den Einsatz eines B-Strahlrohres verhinderten Feuerwehrleute das Übergreifen der Flammen auf angrenzende Bereiche.
Für die Wasserversorgung wurden insgesamt eine 1,5 Kilometer lange Schlauchleitung sowie ein Pendelverkehr durch Tanklöschfahrzeuge aufgebaut. Nach erfolgtem Rückbau verlegten die Einheiten der Kreisfeuerwehrbereitschaft Nord in das Feuerwehrhaus Nordsehl-Lauenhagen, wo bereits das Küchenteam der Kreisfeuerwehr sowie die Einheit Dekon-P der Umweltschutzeinheit eine unabhängige Trinkwasserversorgung hergestellt und einen Kartoffeleintopf mit Würstchen für die insgesamt rund 200 Übungsteilnehmer vorbereitet hatten.
Gegen 21:15 Uhr begannen die ersten Kräfte mit dem Abmarsch, um in der Feuerwehrtechnischen Zentrale ihr verbrauchtes Material aufzufüllen. Bis weit nach 22 Uhr wurden dort Schläuche gerollt und frisches Material verlastet. Neben den teilnehmenden Einsatzkräften der KFB Nord waren auch Teile der Kreisfeuerwehrführung, des Teams Presse sowie der Kreisverwaltung vor Ort.
Foto: Adrian Lesser Team Presse