Der Kinderschutzbund Rinteln bleibt die tragende Säule der sozialen Arbeit in der Weserstadt. Auf der jüngsten Jahreshauptversammlung zog die Vorsitzende Petra Rabbe-Hartinger eine Bilanz, die ebenso beeindruckend wie fordernd ist: „Es wächst und wächst – und das mit viel Herzblut“, betonte sie mit Blick auf das stetig wachsende Hilfsangebot für Kinder, Jugendliche und Familien.
Kontinuität als Schlüssel zum Erfolg
Trotz des schwierigen Arbeitsmarktes setzt der Verein alles daran, qualifiziertes Personal zu gewinnen, um den belasteten Kindern die nötige Stabilität zu geben. „Jeder Personalwechsel bedeutet Stress für die Kinder“, so Rabbe-Hartinger. Diese Verlässlichkeit prägt alle Arbeitsbereiche: Vom Projekt „Wellenreiter“, das Kinder psychisch erkrankter Eltern durch Gruppenangebote und einen eigenen Fahrdienst stärkt, bis hin zur engen Kooperation mit der Burghofklinik für die Elternarbeit.
Vielfalt, die bewegt
Das Spektrum der Unterstützung ist breit gefächert:
Jugend & Kindheit: Das Teenie-Projekt bietet Zwölfjährigen einen sicheren Rückzugsort und Coaching, während die Hort-Betreuung 18 Grundschulkindern gezielte Förderung ermöglicht.
Ehrenamt & Alltag: Stolze 64 Familienpaten entlasten Eltern im gesamten Landkreis. Zudem feiern 17 engagierte Damen das 20-jährige Bestehen der „Kleiderkiste“ in der Bäckerstraße, die hochwertige Second-Hand-Mode gegen kleine Spenden weitergibt.
Integration & Austausch: Neun Flüchtlingslotsen begleiten Familien beim Ankommen, während Kurse wie „Starke Eltern – Starke Kinder“ und Spielplatzfeste den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern.
Starkes Fundament, mutiger Ausblick
Auch finanziell steht der Verein auf einem soliden, wenn auch fordernden Fundament. Die neue Schatzmeisterin Carmen Kretschmer präsentierte beeindruckende Zahlen: Von den jährlichen Ausgaben in Höhe von 611.500 Euro werden 80 Prozent durch Zuschüsse – unter anderem durch die verlässliche Unterstützung des Landkreises Schaumburg und der Stadt Rinteln – gedeckt. Über 93.000 Euro fließen zusätzlich aus Spenden und Fördertöpfen wie dem Lions Club ein. Für das laufende Jahr stehen die Zeichen auf Erneuerung: Eine neue Stelle für „Wellenreiter“ ist ausgeschrieben und die Bauwagen in Exten erhalten durch einen Graffitikünstler ein frisches Gesicht. „Unsere Arbeit funktioniert nur durch die starke Unterstützung einer breiten Basis“, schlossen Rabbe-Hartinger und Kretschmer und riefen dazu auf, die wertvolle Arbeit durch eine Mitgliedschaft langfristig abzusichern.