Die Vorgaben zur geregelten Entsorgung von Abfällen haben sich seit dem grundlegend verändert. 1972 trat das erste Abfallbeseitigungsgesetz in Kraft. Ziel war erstmalig die geordnete „Beseitigung” der Abfälle auf überwachten Anlagen. Seit 2005 darf gar kein Abfall mehr aufs Deponiefeld, sondern nur noch biologisch inaktives Material. Bundesweit einheitliche Standards sind in der Abfallablagerungsverordnung geregelt. Die Abfallwirtschaftsgesellschaft Landkreis Schaumburg hat mit dem Entsorgungszentrum Schaumburg (EZS) eine hochmoderne Anlage errichtet, die seit seiner Eröffnung im Jahr 1993 die zentrale Anlieferungsstelle für Restabfall im Landkreis Schaumburg ist. Dem nachhaltigen Schutz von Mensch und Umwelt wird mit Hilfe innovativer Technik Rechnung getragen. Sämtliche Abfälle werden in verschiedenen Anlagenteilen behandelt. Ziel ist die Aufbereitung von Abfällen für die stoffliche und energetische Verwertung sowie die Produktion von Biogas zur Strom- und Wärmegewinnung. Nur noch ein erdähnlicher Rest gelangt auf das Deponiefeld. Zur Vermeidung von Grundwasser- und Bodenverunreinigungen sind sämtliche Ablagerungsfelder mit einer Basisdichtung versehen. Aktuell wurde mit dem Bau der Dichtung für das neue dritte Deponiefeld begonnen. Auf einer Fläche von etwa 19.000 m² wird damit Platz geschaffen für weitere 219.000 m³ Deponat. Die Basisabdichtung besteht aus einer künstlichen Untergrundabdichtung auf dem vorhanden Tonuntergrund mit seiner natürlichen, hohen Dichtigkeit. Dieser war mit ausschlaggebend bei der Standortwahl für das Entsorgungszentrum. Vor Ort zeugt der Turm der alten Ziegelei von einer entsprechenden Nutzung aus vergangenen Zeiten. Die künstliche Dichtung besteht aus einer Kombination von mineralischer Dichtung (1 m) und einer Kunststoffbahn (2,5 mm). Geschützt wird diese durch ein Schutzflies und einer darüber ausgebrachten Sandschicht. Auf der Dichtung liegen in einer Drainageschicht aus Kies eingebettet Rohre, die das Sickerwasser auffangen und über einen Sammelschacht nebst Pumpwerk zur betriebseigenen Kläranlage schleusen. Überwacht wird das Bauvorhaben neben Prüfern der Baufirma und Fremdprüfern im Auftrage der aws durch das zuständige Gewerbeaufsichtsamt. Mit der Fertigstellung der Dichtung wird zum Herbst diesen Jahres gerechnet. Genehmigt sind drei weitere Deponieabschnitte mit einem Ablagerungsvolumen von insgesamt 495.000 m³. Somit hat die aws für viele weitere Jahre Entsorgungssicherheit gesorgt. Wer gerne mehr über das Entsorgungszentrum wissen möchte, ist am 18. Juni zum Tag der offenen Tür eingeladen. Neben vielen Informationen haben Besucher die Chance, sich beim Quiz einen der attraktiven Preise zu sichern. Die Abfallwirtschaft hat vielfältige Aktionen für Jung und Alt vorbereitet.