Die Stadt Rinteln nimmt die Radverkehrsinfrastruktur in den Fokus: Mit einem umfassenden Förderantrag für das Projekt „Sicher mit dem Fahrrad zu den weiterführenden Schulen und Sportanlagen“ soll die Verbindung zwischen Exten und der Kernstadt deutlich attraktiver und sicherer werden – insbesondere für junge Menschen. Und das sind viele, wie Verkehrszählungen ergeben hätten, so die Antragsstellerin der Grünen im Stadtrat, Uta Fahrenkamp. Unterstützung erhielt sie auf der Bauausschusssitzung von Dennis Luthe als Ortsbürgermeister von Exten und auch Kay Steding (CDU) votierte für den Ausbau des Wirtschaftsweges: „Aber bitte mit Beleuchtung, wenn es für die Kinder auch ein sicherer Schulweg sein soll!” Dennoch gab es auch Kritik in Richtung der Verwaltung, denn während der Radweg entlang der Sassenbergschen Kiesteiche es auf die Tagesordnung des Bauausschusses geschafft hatte, hatte die Verwaltung die neuen verkehrsberuhigenden Maßnahmen im Exterfeld nicht auf die Tagesordnung gesetzt, so wie von der CDU gewünscht. Der Grund, so Stefan Eggert-Edeler: „Wir wollten uns erst mit dem Arbeitskreis Radverkehr zusammensetzen und die neue Situation beraten!”
Marode ohne durchgängige Anbindung an Radwegenetz
Hintergrund für den Ausbau des Radweges an den Kiesteichen: Radfahrer, die täglich aus dem Ortsteil Exten in Richtung Rintelner Schulzentrum oder zu den Sportanlagen unterwegs sind, kennen das Problem: Der Wirtschaftsweg entlang der Sassenbergschen Kiesteiche ist zwar eine direkte Route, doch sein baulicher Zustand lässt vielerorts zu wünschen übrig. Zudem fehlt es an einer durchgängigen, hochwertigen Anbindung an das innerstädtische Radwegenetz.
Grüne Initiative gibt den Anstoß
Die Fraktion B90/Die Grünen hatte bereits im Juni 2026 den Anstoß gegeben. Ihr Antrag forderte eine Sanierung der Fahrbahndecke, die auch für landwirtschaftliche Fahrzeuge stabil sein muss, sowie eine regelmäßige Reinigung. Zudem wurde eine offizielle Ausschilderung als Radweg und eine Ausstattung mit Bodenreflektoren angeregt.
Förderprogramm ermöglicht „Lückenschluss im Sprint“
Die Verwaltung hat das Anliegen aufgegriffen und in ein größeres Vorhaben integriert. Da die Friedrich-Wilhelm-Ande-Straße als zentraler Zubringer zu den Schulen und Sportstätten in einem kritischen Zustand ist, wurde ein gemeinsamer Förderantrag unter dem Programm „Junge Generation Fahrrad – aktiv mobil“ des Bundesministeriums für Verkehr eingereicht. Das Projekt „Lückenschluss im Sprint“ zielt darauf ab, Infrastrukturlücken schnell zu schließen. Da Rinteln als finanzschwache Kommune eingestuft ist, liegt die Förderquote bei attraktiven 90 Prozent.
Gewinn für die gesamte Stadt
„Das Vorhaben ist ein wichtiger Baustein zur Umsetzung unseres Radverkehrskonzeptes von 2022“, betont die Verwaltung. Ziel ist es, nicht nur die Schulen, sondern auch die Berufsbildenden Schulen am Burgfeldsweide sowie das Hallenbad für Kinder und Jugendliche sicher und komfortabel erreichbar zu machen.