„Ich konnte mich ausprobieren und habe viel Glück gehabt”, so Bernd Albrecht, „ich durfte viel Verantwortung übernehmen”. Nach einem Jahr als Betreuer ist der „Botschafter Lindhorsts” aus Coroico in Bolivien in seine alte Heimat zurückgekehrt und weiß über Vieles zu berichten. Im Rahmen seiner Zivildienstpflicht entschloss sich der jetzt 20-jährige, diese Zeit in Bolivien zu verbringen um dort Kindern armer Familien als Betreuer Hilfe zu leisten, auch „hausmeisterliche” Tätigkeiten gehörten zu seinem Aufgabenfeld. Albrecht überzeugte die bolivianischen Lehrer nach seiner Ankunft schnell von seinen Fähigkeiten. Er durfte sogar den Englischunterricht für die Schüler übernehmen, die ein enges Verhältnis zu ihm aufbauten. Er rief vor Ort mehrere Arbeitsgemeinschaften für Spiel und Sport ins Leben, die die Basis für eine außerschulische Freizeitgestaltung schaffen sollten. Vor allem sein Schach-Club wurde zu einem großen Erfolg. 20 Schüler von der zweiten bis zur fünften Klasse nahmen daran teil und machten schon nach kurzer Zeit beeindruckende Fortschritte. Es gebe dort viel zu wenig Nachmittagsangebote, keine Anreize und Ideen für die Schulkinder, so Albrecht. Während seines Aufenthaltes gewann der Abiturient interessante Einblicke in den Alltag und die Inhalte einer völlig fremden Kultur, deren Teil er für eine bestimmte Zeit werden durfte. Das aufgrund von ethnischen Unterschieden poltisch gespaltene Land wurde ihm heimisch. Besonders die Fröhlichkeit und Herzlichkeit der Bewohner und die gelebte Alltagskultur, die sich stark an Traditionen und indianischen Grundprinzipien orientiert, hinterließen einen bleibenden Eindruck. Das Partnerschul-Projekt, das die Magister-Nothold-Grundschule Lindhorst zu der „San Pedro”-Schule in Coroico schon seit elf Jahren unterhält, bot sich hierbei als Rahmen an. Unterstützung bei der Umsetzung leistete vor allem das Bistum Hildesheim, das in Bolivien schon lange aktiv ist. Anfängliche Sprachbarrieren konnte der Schaumburger schnell überwinden, ein Einstiegskurs in Spanisch vermittelte ihm das Grundvokabular. Mit zurück nach Lindhorst nahm der junge Mann neben fundierten Spanischkenntnissen vor allem neue Erfahrungen und Denkansätze aus einer anderen Kultur. „Man lernt die eigenen Fähigkeiten und auch sich selbst besser kennen, braucht viel Eigeninitiative”, so Albrechts Resümee, „und ich möchte auf jeden Fall noch einmal dorthin zurück”. Zur Zeit ist eine weitere Lindhorsterin innerhalb ihres freiwilligen sozialen Jahres für sechs Monate vor Ort.
Die Stelle ist ab Sommer für Interessenten wieder frei. „Jeder darf sich trauen”, so die ermunternde Botschaft von Grundschul-Lehrer Dietmar Buchholz. Weitere Informationen über das Projekt und mögliche Augaben unter 05725/5469. Foto: p