Anette Eberding hat vor kurzem ein Reisebüro mit angeschlossener DB-Agentur übernommen. Sie nutze den Gründungstag, um sich über finanzielle Fördermöglichkeiten zu informieren. Sie trägt sich mit dem Gedanken, eine weitere Kraft einzustellen. Ein Risiko für Einzelkämpfer, die gerade erst am Markt sind. Im Kreishaus fand sie in der NBank und der Agentur für Arbeit die richtigen Ansprechpartner an einem Ort.
Konkrete Fragen bekam auch Kirstin von Blomberg vom Akzente Förderverein auf den Tisch. Eine junge Politologin, die vor einem halben Jahr ihren Arbeitsplatz verloren hatte, kam auf den gemeinnützigen Verein für Frauen in der Region Schaumburg und dem Weserbergland zu. Trotz aller Bemühungen, erneut in der Kommunikationsbranche eine Stelle zu finden, steht sie bisher ohne da. „Ein typisches Bild. Eine hochqualifizierte Frau, flexibel und offen,” so Kirstin von Blomberg. Die Politologin sehe eine gute Chance, sich selbstständig zu machen. Und dabei kann Akzente helfen. Netzwerken ist das große Stichwort, das auch Undine Rosenwald-Metz, Leiterin der Volkshochschule Schaumburg immer wieder nutzt. Es sei nicht einfach, die Existenzgründung und Familie unter einen Hut zu bringen. „Wir geben immer den Rat: Haltet euch offen für Dritte,” so Rosenwald-Metz. Nicht nur die Frauen müssten neben einem guten Businessplan auch einen Babysitter organisieren.
Eine der häufigsten Fragen am Stand der Steuerberaterkammer war die Wahl der Rechtsform des zu gründenen Unternehmens. Aber auch die Besteuerung selbst interessierte die Besuchern. Steuerberater Horst Schade hatte neben der Info am Stand auch noch einen Vortrag vorbereitet. Rund 20 Besucher nutzten die Möglichkeit, dem Experten im Anschluss ihre ganz persönliche Fragen zu stellen. Die Vorträge im großen Sitzungssaal insgesamt waren gut frequentiert.
Für Organisator Stefan Tegeler eine runde Sache. Im Gespräch mit dem Schaumburger Wochenblatt zog er bereits am Sonnabend eine positive Bilanz. Die Resonanz auf den Gründungstag sei „erstaunlich gut”. Es müsse immer die aktuelle gesellschaftliche Position einbezogen werden. Immer wenn die Arbeitslosenzahlen hoch seien, werde der Gründungstag besonders stark nachgefragt. Derzeit aber seien die Zahlen noch nicht so hoch, die wirtschaftliche Situation löse bei vielen Menschen zunächst Unsicherheit aus. Trotzdem seien die Interessierten gekommen. Der Gründungstag runde die Möglichkeit der Veranstaltungen zum Thema im Landkreis Schaumburg ab. „Der Tag ist zu einer Börse geworden. Auf der einen Seite können sich die Gruppen und Institutionen präsentieren. Auf der anderen Seite können sich Gründer zentral und kompakt informieren.” Für das nächste Jahr hat Tegeler auch schon wieder Pläne in der Tasche. Dann sollen die Gründer selbst wieder mehr Raum bekommen und sich darstellen können.
Als neues Angebot könnte sich Tegeler die Berufsgenossenschaften gut vorstellen. Für alle Existenzgründer sind sie ein wichtiger Ansprechpartner. „So bleibt es auch immer wieder spannend für die Besucher,” sagte Tegeler. Und die werden auch im kommenden Jahr wieder für ein volles Kreishaus zum zwölften Gründungstag sorgen. Foto: ih