Peters weiß auch den Grund für die ausgebliebenen Gelege: Es gab nur wenig Mäuse. Und je weniger sich kleine Nager auf dem Feld und in Gebäuden tummeln, umso weniger sorgt die Natur für Eulennachwuchs. Diesen Zusammenhang konnte der Experte im Vergleich zu vielen vorangegangenen Jahren beweisen. Nabu-Vorsitzender Gerhard Hurek wünschte sich bald wieder positive Zahlen. „Die billigste Art der Bekämpfung lästiger Nager ist das Öffnen der Dachluken für die Schleiereulen”, bittet er die Besitzer alter Scheunen und Stallungen.
Viel Lob erfuhr Jugendwartin Ines Rahn-Weiser, die sich wegen anhaltend großen Interesses von Kindern inzwischen Sibylle Liebig-Tönnies als Verstärkung besorgt hat. Beide waren kürzlich zu einem Workshop des Nabu mit bundesweiter Beteiligung und ernteten beim Meinungsaustausch mitunter staunende Anerkennung: Sogar „etwas Neid” wollen sie gespürt haben: „Wir sind da offenbar viel weiter als andere.”
In der Tat kann sich das Angebot für den Nachwuchs sehen lassen: Nistkastenbau und Nachtwanderung, Pilzexkursion und Baumpflanzungen sowie immer wieder Ausflüge in die Natur gehören zum regelmäßigen Programm. Am meisten aber freuen sich die beiden Frauen, bei ihrem Engagement nicht allein gelassen zu werden: „Die Unterstützung in dieser tollen Ortsgruppe ist wirklich großartig.”
Das würde Hurek am liebsten noch ergänzen. Er hat sich bereits auf die Suche nach einem geeigneten Werkraum gegeben, in dem die Bastelarbeiten des Nabu-Nachwuchses besser erledigen lassen. Demnächst will er bei der Samtgemeinde Rodenberg vorsprechen und um die gelegentliche Nutzung eines Werkraums in einer der Grundschulen bitten. Als Gründe für die erbetene kommunale Unterstützung könnte Hurek einen besonders durch junge Familien und Kinder erklärten Mitgliederzuwachs sowie die vom Nabu betreute Beobachtungshütte auf dem Kläranlagengelände anführen. Dass dort allein im vergangenen Sommer über 40 Vogelarten bestimmt werden konnten, dürfte „das Rathaus wohl in Erstaunen versetzen”. Nach dem „Grabeloh” bei Lyhren wird momentan eine ehemalige Ackerfläche in der Gemarkung Altenhagen II renaturiert. Beide Flächen wurden von der Ortsgruppe erworben. Die oft nur im Verborgenen blühenden Aktivitäten der Nabu-Mitglieder wurden ergänzt durch Exkursionen, Vorträge und die Präsenz mit Info-Ständen bei großen Veranstaltungen. Mehrfach griffen die Mitglieder zu Spaten und Säge: In Reinsdorf wurden Bäume gepflanzt, im Walterbachtal bei Messenkamp alte Kopfweiden geschnitten.
Ein wenig bürokratischer Aufwand lässt sich offenbar nicht vermeiden. Der Nabu hat einen Satzungsentwurf vorgelegt, zu dem Mitglieder Stellung beziehen können. Wer ein Exemplar beim Vorsitzenden Hurek anfordert, hat Zeit bis zum 6. September, etwaige Änderungen oder Ergänzungen schriftlich zu formulieren. Foto: al