Medizinische Forschungen belegen, dass die Pubertät bei Jungen und Mädchen immer früher einsetzt. Das steht mit immer besser werdender Ernährung und medizinischer Versorgung in direktem Zusammenhang. Die sogenannte Amygdala und der Hypothalamus müssen in dieser Zeit zusätzlich Speicherfunktionen im Gehirn übernehmen. Da diese Bereiche viel mit Emotionen zu tun haben und weniger mit vernunftgesteuerten Prozessen, geraten so viele Jugendliche häufig mit Erwachsenen aneinander.
Bedingt durch die Veränderungen im Körper eines Jugendlichen ist auch der Schlafrhythmus stark beeinflusst. Das für Müdigkeit verantwortliche Hormon wird erst wesentlich später ausgeschüttet, sodass Jugendliche erst später einschlafen können. Die Aufstehzeit jedoch bleibt gleich. Jugendliche haben somit weniger Tiefschlafphasen.
Aufgrund dieser Erkenntnisse sind große strukturelle Veränderungen in der Schule notwendig. Besonders im siebten und achten Schuljahr sind eher außerschulische Herausforderungen eine Bereicherung für die Heranwachsenden. Offene Unterrichtssituationen mit Struktur, in denen die Schüler mitgestalten können, bieten den Jugendlichen eine emotionale Annäherung an die Unterrichtsinhalte und sind somit effektiver als stures Pauken von Regeln, so eine letzte Schlussfolgerung Kösters.