Dabei fielen die musikalischen Protagonisten freilich nicht gleich mit der Tür ins Haus, sondern ließen dem Publikum einen Teelöffel Zeit, um sich auf die ungetrübte Lebensfreude vorzubereiten. Im Mittelpunkt des ersten, klassischen Parts des Konzertes stand diesmal ein berühmtes Werk aus der Barockzeit: Die „Feuerwerksmusik” von Georg Friedrich Händel.
Nach der Pause durfte sich das Publikum auf weitere Darbietungen freuen - diesmal durchweg mit einem orientalischen „Touch”. Zunächst gab Wolfgang Westphal das Kommando zur Ouvertüre aus Mozarts „Entführung aus dem Serail”. Es folgten der „Persische Marsch” von Johann Strauß, der „Nilfluthen”-Walzer von Joseph Strauß sowie der „Egyptische Marsch”, wiederum von Johann Strauß. „Tausend und eine Nacht”, „Märchen aus dem Orient” sowie „Rosen aus dem Süden” komplettieren den morgenländischen Potpourri- bevor am Ende der Radetzky-Marsch das abendländische Publikum noch einmal besonders in Wallung brachte.
„Standig Ovations” gab es am Ende nicht nur für die musikalischen Protagonisten en bloc, sondern zwischendurch auch für Wolfgang Westphal, dem Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz für seine jahrzehntelangen Verdienste um die Musik in Rinteln die Goldene Ehrennadel der Stadt überreichte. -
Das Neujahrskonzert gehört zu den ganz wenigen kulturellen Veranstaltungen in Rinteln, bei denen ein ausverkauftes Haus praktisch obligatorisch ist. Bereits nach wenigen Tagen hatte Kuturring-Geschäftsführerin Anneliese von Meien alle 450 Karten im Vorverkauf veräußert. Das volle Haus ist allerdings auch bitter nötig, um das Konzert überhaupt zu finanzieren: Selbst wenn kein einziger Stuhl mehr frei ist, verbleibt dem Kulturring immer noch ein Defizit in der Kasse. Umso erfreuter zeigten sich die Organisatoren daher, dass sich die Volksbank erneut bereit erklärt hatte, den roten Bereich in der Bilanz großzügig abzudecken.
Für den gewaltigen Publikumsandrang hatten die Veranstalter auch in diesem Jahr wieder die Bühne bestuhlt - was kein Problem war, da sich das Orchester, wie schon bei den letzten 15 Konzerten gleicher Art, aus Platzgründen fast mitten im Saal breitgemacht hatte. Foto: km