Schön soll sie werden, zum romantischen Blick Verliebter auf die Weser einladen und 140.000 Euro darf sie kosten; die neue Weserpromenade heizte im Ortsrat besonders die Phantasie des CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Veit Rauch an, der von Liebespaaren auf Weserbänken träumte. Und da stört natürlich Fahrzeugverkehr, da waren sich alle Ortsratsmitglieder einig. Schon beim gemeinsamen Ortstermin von Bauausschuss und Ortsrat hatte Gerhard Helmhold (Grüne) angemahnt, wenig bis keine Privatparkplätze auf dem Sahnestück der Stadt Rinteln zuzulassen. Mittlerweile hat die Stadt das Gelände des Parkplatzes und des „Alten Hafens” gekauft und startet mit den Vorbereitungen für die neue Weserpromenade. Die entsprechenden Planungen dazu sehen allerdings noch 14 Privatparkplätze im nahen Gebäudebereich vor. Eine Planung, die Rintelns Erster Stadtrat Jörg Schröder verteidigte: „Wir müssen ohnehin Verkehrsflächen für die Anlieferung der Gewerbebetriebe frei lassen!” Wie man allerdings diese 14 Privatparkplätze vom allgemeinen Parksuchverkehr frei halten will, dazu hatte auch Schröder kein Patentrezept. Ein klares Nein gab es von ihm zu einer Schranke, Klappbügel seien „potthässlich” und am Ende blieb da nur die Hoffnung, dass aufgestellte Verkehrsschilder ihre Wirkung entfalten. Damit konnte sich Astrid Teigeler-Tegtmeier anfangs anfreunden, verlangte aber gleichzeitig ein Stufenkonzept, falls das nicht klappen sollte. Für den Ortsrat kein gangbarer Weg. Als „inkonsequente Lösung” bezeichnete Günther Maack dieses Konzept und regte an, dass man den Gewerbetreibenden in diesem Objekt 14 Parkplätze im benachbarten Parkhaus anbieten könne: „Der Weg ist durchaus zuzumuten und außerdem ist es überdacht, und das hat besonders im Winter Vorteile!” Als der Ortsrat dann dem Antrag von Kay Steding folgte, ausschließlich den Anlieferverkehr zu genehmigen und keine Parkfläche auszuweisen, stieß das auf wenig Gegenliebe von Jörg Schröder: „Das ist nicht im Interesse des Eigentümers und der dortigen Gewerbetreibenden!” Foto: ste