Zum Hintergrund: 14 Frauen aus der Türkei, Jordanien und Russland wehrten sich gegen bürokra-tische Entscheidungen, die sie an der Integration hindern wollten. Integration, so die weitläufige Meinung, ist zwingende Voraussetzung für ein langfris-tiges gutes Miteinander der Kulturen in Deutschland. Doch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, kurz BAMF, hatte einem Teil der Frauen die Unterstützung für einen Integrationskurs verweigert mit dem Hinweis, dass sie so lange in Deutschland lebten, dass sie bereits integriert sein und die deutsche Sprache beherrschen müssten. Doch wie, wenn die Kinder noch klein sind und die Haushaltsführung oft keine Zeit lässt, sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Die Konsequenz ist dann, dass die Frauen zurückgezogen in ihrem Kulturkreis und abhängig von der Hilfe ihrer deutschsprachigen Kinder und Ehemänner lebten. Nach einem vom türkischislamischen Kulturverein „Mevlana” aus Spendengeldern finanzierten Deutschkurs von Oktober 2009 bis März 2010 fassten die 14 Frauen jedoch Mut und Hoffnung, endlich die deutsche Sprache als Schlüssel zur Integration zu erlernen. Unterstützt wurden sie dabei von Xenia FischerLoock, die extra eine Zusatzausbildung als Deutschlehrerin für Integrationskurse absolvierte und von der BAMF zertifiziert wurde. Als es dann im September 2010 losgehen sollte, spielte die BAMF nicht mit und erteilte nur einem Teil der Frauen die Genehmigung; auch die Widersprüche wurden abgeschmettert. Für Xenia FischerLoock und Murat Demirel, dem Vorsitzenden des Vereins „Mevlana”, etwas, das man nicht hinnehmen wollte. Sie wandten sich an Bürgermeister KarlHeinz Buchholz und der schaltete Sebasian Edathy als den Schaumburger Bundestagsabgeordneten ein.
Wie wirksam das Votum des im Bundesvorstand der SPD tätigen Edathy ist, zeigte sich kurz darauf, als das BAMF die Anträge der Frauen bewilligte.