„Monatelang war sie defekt, und ich kenne niemanden, der sie vermisst hat”, schreibt Paul-Egon Mense, FDP-Ratsherr, der noch immer seinen Unmut über die, seiner Meinung nach, unsinnige Ratsentscheidung von 2003 äußerte. Mense, dessen Haltung dazu bekannt ist, verweist auf viele Bürger, die ihn angerufen hätten und darum baten, etwas zu unternehmen, damit dieses „Mobilitätshemmnis” nicht wieder errichtet wird.

Die Schranke ist seit gut einem dreiviertel Jahr defekt und soll jetzt erneuert werden. „Es ist unverantwortlich, bei einer Gesamtverschuldung der Stadt Rinteln - einschließlich Stadtwerke und GVS - von 61 Millionen Euro für eine solche Investition auch nur einen Euro auszugeben”, kritisiert Mense die Stadt, zumal der Nutzen nur wenigen Einwohnern zugutekomme. „Kein Geld für Kultur und Bildung, aber Zigtausend für einen solchen Unsinn, das entbehrt aller Vernunft im Umgang mit Steuergeldern”, schimpft der Ratsherr. Wenn die Stadt, dem Ratsbeschluss von 2003 folgend jetzt die Wiedereinrichtung umsetze, dann sei ihr kein Vorwurf zu machen. Allerdings könne die Stadt - und das müsse umgehend erfolgen - die Auftragsvergabe stornieren oder zumindest die Ausführung verzögern, damit dann in der Ratssitzung im September mehrheitlich über die Aufhebung oder die Beibehaltung der Ratsentscheidung von 2003 entschieden werden könne, fordert Mense. „Ich bin sicher, dass es für die Wiedereinrichtung der Schranke keine Mehrheit geben wird!” Was Mense allerdings verkennt ist die Tatsache, dass der Verkehr sich nach Einrichtung der Fußgängerzone den kürzesten Weg um die Stadt suchte und so die Drift, eine reine Wohnstraße, zur innerstädtischen Umgehung werden ließ. Zahlreiche Bürger wehrten sich dagegen und die Stadt folgte ihrem in Auftrag gegebenen Verkehrskonzept und ließ die Schranke errichten, um der Umgehungsstraße, die mit viel Steuermitteln ausgebaut wurde, mehr Akzeptanz zu verleihen. Ein Mittel, das sich über die Jahre bewährte. Foto: ste