Der Wilderer – bayerisch „Wuidara”– ist ein sozialer Aufrührer, ein Held. Er verkörpert Tradition, Liebe zur Natur und Passion für die Jagd sowie Rebellion gegen soziale Ungerechtigkeit. Die Sonderausstellung „[W I L D] erer” behandelt jedoch nicht allein diese Form romantischer Rebellion bis in die 1950er und 1960er Jahre hinein, sondern will den Blick besonders auch auf die heutige Brisanz des Themas lenken: Nashörner, Tiger, Elefanten und unzählige weitere Tiere – bedroht und nicht bedroht – sind aufgrund ihrer Mythologisierung, ihrer Funktion als Prestigesymbole und ihrer Bedeutung in der Traditionellen Chinesischen Medizin anhaltend Opfer von Wilderei. Günther Raschke, der im Forstamt Saupark für das Jagdschloss verantwortlich ist, wies darauf hin, dass auch in Deutschland nach wie vor Tiere auf meist nicht tierschutzgerechte Art gewildert werden. Die Methoden der Wilderer heute reichen vom Schlingenlegen bis zur Blendjagd mit dem Auto. Der wilde Abschuss und seine Folgen für das Wild sowie die Motive moderner Wilderer weisen Parallelen und Unterschiede zu den Volkshelden des ausgehenden 19. Jahrhunderts auf. Die Ausstellung möchte die gesamte Bandbreite der Jagdwilderei einst und heute aufzeigen sowie ihre dramatischen Folgen für die globale Biodiversität. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 16 Uhr (außer montags) während der regulären Öffnungszeiten des Jagdschlosses Springe zu sehen. Im Oktober auch zusätzlich an den Wochenenden von 10 bis 17 Uhr.