„Und ein weiterer Schritt die Artenvielfalt für die zukünftigen Generationen zu erhalten”, ergänzt Dr. Klaus Merker, Präsident der Landesforsten. Bereits seit den 70er Jahren gibt es solche Flächen, die sich selbst überlassen werden. Durch die Ausweitung dieses Konzeptes sollen Wälder entstehen, die langfristig Urwäldern wieder ähnlich werden. Denn stillgelegte Buchenwälder sollen sich bereits nach 20 Jahren erkennbar von weiter bewirtschafteten Buchenwäldern unterscheiden. Die NLF verzichten damit zugunsten von Flora und Fauna auf circa 1,6 Millionen Euro Umsatz pro Jahr; bezogen auf die Gesamtfläche in Niedersachsen sogar auf etwa 12 Millionen Euro. Denn in einem Naturwald ist das Holzschlagen untersagt. „Diese Beträge leisten wir allerdings als Investition in die Biodiversität und den Erholungswert für die Bevölkerung. Auf der anderen Seite steht eben ein Wert, den man nicht in Euro fassen kann - und zwar die Erhaltung der Artenvielfalt. Da kann man nicht sagen, dass zum Beispiel die Wildkatze soundso viel wert ist”, erläutert Dr. Merker. Große botanische Raritäten seien bereits im Süntel gefunden worden. Christian Weigel, Forstamtsleiter Oldendorf, stellte einige vor Ort vor, unter anderem das Brillenschötchen und den Milzfarn. „Wenn man auf solche Arten nicht aufpasst, dann sind sie für immer weg”, betont er. 3.500 Flächen, die der natürlichen Waldentwicklung (NWE) unterliegen, bestehen bereits - das sind insgesamt rund 33.000 Hektar. 180 Gebiete sind dabei größer als 20 Hektar. Der Süntel ist nach dem Nationalpark Harz das zweitgrößte NWE-Gebiet in Niedersachsen und wurde nach naturschutzfachlichen Kriterien ausgesucht. Noch am selben Abend übertrugen der NDR und RTL Nord einen Beitrag zu dem Thema. Foto: jb