Mit einer Gedenkfeier und einer gemeinsamen Reinigung der Stolpersteine erinnert Bückeburg am 9. November an die Opfer der Novemberpogrome von 1938 und des nationalsozialistischen Terrors. Die Gedenkfeier beginnt um 11 Uhr am Gedenkstein hinter dem Stadthaus, Marktplatz 3. Anschließend lädt der Arbeitskreis „Gelebte Erinnerung – Stolpersteine in Bückeburg“ zur Putzaktion ein. Treffpunkt ist um 11.45 Uhr auf dem Marktplatz vor dem Rathaus.

Die Novemberpogrome jähren sich in diesem Jahr zum 88. Mal. In Bückeburg wurde die Synagoge an der Bahnhofstraße in der Nacht vom 10. auf den 11. November 1938 geschändet. Das Gotteshaus sowie die jüdischen Kaufhäuser von Leo Rautenberg an der Schulstraße 21 und Adolf Wertheim an der Langen Straße 15 wurden geschlossen.

An die Menschen, die unter der nationalsozialistischen Verfolgung litten, erinnern im Stadtgebiet auch 49 Stolpersteine. Sie wurden zwischen 2005 und 2011 auf Initiative der Geschichtswerkstatt der Herderschule verlegt. Mit der gemeinsamen Reinigung will der Arbeitskreis die Erinnerung an die Verfolgten wachhalten und zugleich ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen.

Die Veranstalter verweisen darauf, dass jüdische Menschen auch heute Bedrohungen und Ausgrenzung erfahren und Erinnerungsorte beschädigt werden. Das Gedenken soll deshalb nicht allein den Blick auf die Vergangenheit richten, sondern auch für die Verantwortung in der Gegenwart sensibilisieren. Interessierte sind zur Gedenkfeier und zur anschließenden Putzaktion eingeladen.