Die CDU-Kreistagsfraktion Schaumburg und der Landratskandidat Dr. Joachim Steinbeck haben die Paritätische Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland (PLSW) in Stadthagen besucht. Geschäftsführer Nikolai Kohl informierte die Gäste über die Arbeit des sozialen Dienstleistungsunternehmens und die aktuellen Herausforderungen in der Eingliederungshilfe. Mit 55 Einrichtungen, rund 1200 Beschäftigten und etwa 3300 betreuten Menschen zählt die PLSW zu den größten sozialen Arbeitgebern in der Region. Das Angebot umfasst unter anderem Kindertagesstätten, Frühförderung, Wohnangebote, Werkstätten, berufliche Bildungsangebote sowie Unterstützung beim Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.
Ein Schwerpunkt des Gesprächs war die berufliche Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen. Am Beispiel des Fachdienstes „top-in-job“ erläuterte Kohl, wie die PLSW Menschen auf dem Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt begleitet und zugleich Unternehmen bei der Beschäftigung unterstützt. Dabei wurde auch deutlich, dass dieser Weg nicht für alle Menschen geeignet ist. Entscheidend seien die individuellen Fähigkeiten, Wünsche und Unterstützungsbedarfe.
Inklusion kann nicht nach einem starren Prinzip funktionieren.
Der allgemeine Arbeitsmarkt könne für viele Menschen eine passende Perspektive bieten, sei aber nicht für jeden die richtige Lösung. Nach Ansicht der CDU müsse die Politik daher Rahmenbedingungen schaffen, die unterschiedliche und individuell zugeschnittene Angebote ermöglichen. Auch die Situation älter werdender Menschen mit Beeinträchtigungen wurde thematisiert. Die Gesprächsteilnehmer tauschten sich darüber aus, wie Betreuung, Pflege und Tagesstruktur im höheren Lebensalter bedarfsgerecht organisiert werden können. Ziel sei es, den Betroffenen möglichst lange ein Leben im vertrauten Umfeld zu ermöglichen.
Heiko Tadge, Bürgermeisterkandidat in Stadthagen, hob die Bedeutung der PLSW für die Kreisstadt und das gesamte Kreisgebiet hervor. Weitere Themen waren der Fachkräftemangel, steigende Personal-, Bau- und Betriebskosten sowie wachsende bürokratische Anforderungen. Im Mittelpunkt stand zudem der Bedarf an barrierefreiem Wohnraum und passenden Wohnangeboten.
Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Klaus-Dieter Drewes, betonte die Bedeutung des direkten Austauschs mit sozialen Einrichtungen. Die gewonnenen Eindrücke sollen nach Angaben der Fraktion in deren weitere politische Arbeit einfließen. Dr. Joachim Steinbeck kündigte an, den Dialog mit den Trägern vor Ort fortsetzen zu wollen. Zum Abschluss dankten die Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion Geschäftsführer Nikolai Kohl für die offenen Einblicke und das ausführliche Gespräch.