Horror made in Schaumburg - geht das? Wie fulminant das möglich ist, bewies Stephan Guddat, seinerzeit Museumsleiter auf Schloss Bückeburg, bereits 2020 und 2021 mit dem von ihm erdachten und konzipierten Live-Grusel-Abenteuer „Ghost Experience” auf Schloss Bückeburg. Welches aus guten Gründen seinerzeit nur für Teilnehmer ab 18 Jahren zugelassen war und nicht wenige von ihnen mit flatternden Nerven zurückließ. Inspiriert von seiner eigenen Idee und der Geschichte dahinter machte sich Stephan Guddat ans Schreiben seines ersten großen Horror-Romans, der zwar den gleichen Namen trägt wie das damals so furios erfolgreiche Schloss-Spektakel, inhaltlich aber noch wesentlich mehr zu erzählen hat.
Offiziell erschienen ist „Ghost Experience - Der Ring der Verdammnis” am 20. Oktober in dem von Stephan Guddat selbst sowie Manfred Schmidt gegründeten Rotator Verlag Rinteln. Bereits bei der „Langen Nacht der Kultur” im September gab es für das Publikum erste Kostproben aus dem 638 Seiten starken Grusel-Wälzer. Jetzt erlebte das Buch seine offizielle Premiere im Rahmen einer Erlebnis-Lesung auf Schloss Bückeburg.
Einblicke hinter die Kulissen
Zusammen mit Hörbuch-Sprecherin Tanja Rott aus Warmsen bot Autor und Verlags-Chef Guddat dabei nicht nur einige ausgewählte Szenen aus er ersten Hälfte des Buches, sondern gab auch einige Einblicke hinter die Kulissen der Entstehung des Buchs und des Autorendaseins. Auch nach seinem Abschied von Schloss Bückeburg habe ihn die Geschichte der von ihm inszenierten „Ghost Experience” nicht losgelassen und letztendlich zum Verfassen des Buchs animiert. „Da gab es einfach noch so unendlich viel dazu zu erzählen.” Wer damals die Live-Grusel-Führung erlebte und deren Ausgang, vor allem den Plot-Twist im Finale, noch in Erinnerung hat, sollte nicht damit rechnen, damit das Buch bereits weitestgehend zu kennen, im Gegenteil: „Es sind vielleicht noch fünf Prozent davon im Buch, der Rest ist neu.”
Das beginnt bereits bei den beiden Hauptfiguren, zum einen dem reichlich undurchschaubaren Zeitgenossen Mohegan Bunny, der die Fähigkeit besitzt, echte Geister wahrzunehmen, zum anderen dem fünfjährigen Nikolas aus London, der an einem denkwürdigen Datum der britischen Monarchie nach einer überaus unheimlichen Begegnung vom Dach eines Hochhauses stürzt - und spurlos verschwindet. Dort treffen auch der gespenstersensitive Mohegan Bunny und Nicolas' Mutter Helga das erste Mal aufeinander - nur um sich gleich darauf in halsbrecherischer Flucht vor einem Geschöpf in Sicherheit zu bringen, welches eindeutig nicht natürlichen Ursprungs ist und rein äußerlich jeder Kreation von H.R. Giger zur Ehre gereichen würde.
Alle Personen und Orte des Romans seien reine Erfindung, wurde Stephan Guddat nicht müde zu betonen. Dass dabei auch durchaus Anregungen realer Schauplätze und auch Menschen Eingang in das 638-Seiten-Werk fanden, gab der Autor ebenso unumwunden zu. So gibt es die Grafschaft Greifenstein im Buch in der Realität als einen Ort im ehemaligen Ostpreußen. Und bei dem im Roman auftretenden Geisterjäger-Pärchen Fred und Gloria Abroc erwies Autor Guddat niemand Geringerem als den beiden vor allem durch die „Conjuring”-Filme berühmt gewordenen Geisterjägern Ed und Lorraine Warren die wenig schmeichelhafte Ehre. Und ein wenig wie in Fremdenführer in der Welt des Übersinnlichen nahm Stephan Guddat sein Publikum immer wieder mit zu ein paar besonders bekannten, angeblich echten Spukhäusern dieser Welt, wie zum Beispiel das Pfarrhaus Borley Rectory in Essex, das Winchester Mystery House in den USA oder das Monte Christo Homestead in Australien.
Wie das Abenteuer um den geheimnisvollen Mohegan Bunny und den verschwundenen Nikolas ausgeht, wurde natürlich im Rahmen der Lesung nicht verraten, nur so viel: Bereits jetzt plant Autor Guddat zwei weitere Bände: „Mir war von Anfang an klar, dass das eine Trilogie werden muss, weil die Geschichte so viel Potential hat.” Die „Ghost Experience” -Bände werde zudem bei weitem nicht die einzigen Werke in dem von ihm und Manfred Schmidt gegründeten Rotator Verlag bleiben: „Wir wollen möglichst vielen Autoren die Möglichkeit geben, bei uns zu veröffentlichen.” Schon jetzt lägen ihm und Schmidt rund 60 Manuskripte vor.
Weitere Erlebnis-Lesungen aus „Ghost Experience” mit Autor Stephan Guddat und Hörbuch-Sprecherin Tanja Rott sind geplant für 23. Oktober, Museum Schloss Fürstenberg, 29. Oktober Zirkus Salto am Haus der Jugend in Hannover, 30. Oktober Schloss Bad Pyrmont, 31. Oktober Burg Schaumburg Rinteln, 5. November Strandterrassen Steinhude, und 6. November Veranstaltungszentrum Nammen 35 in Porta Westfalica Nammen.