Am Montag, dem 9. November, können Interessierte die szenische Lesung „Die Aufsteiger - Deutscher Mittelstand unter Hitler. Eine Familiengeschichte“ verfolgen. Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr in der Ehemaligen Synagoge Stadthagen.
Die szenische Lesung wird von Christina Strunck und Familienangehörigen aus Anlass der Reichspogromnacht gehalten. Strunck, Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg, stellt in ihrem gleichnamigen Buch dar, wie ein Unternehmen aus der Provinz im „Dritten Reich“ Geschäfte macht. Sie ist die Urenkelin des Firmengründers. Schon bald beteiligt sich das Familienunternehmen am Bau des Westwalls und errichtet auf dem Firmengelände ein Lager für Zwangsarbeiter, während das Weingut die Wachmannschaften des KZ Sachsenhausen mit rheinhessischem Wein beliefert. Christina Strunck erforschte ihre Familiengeschichte, zeigt, wie die fünf Kinder des Patriarchen auf ihre je eigene Art zu Tätern und Opfern werden. Dabei leuchtet sie auch die Mikrogeschichte einer Gemeinde aus.
Die Lesung wird vom Förderverein Ehemalige Synagoge und der GEW veranstaltet.