Zum Internationalen Museumstag hat die Besucher des Wilhelm Busch Museums in Wiedensahl ein besonderes Programm erwartet. Sie hörten vom Streichorchester des Ratsgymnasiums Stadthagen (RGS) gespielte Stücke ergänzt um eine Lesung von Busch-Texten.
Mit Wilhelm Buschs Worten „Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden“ eröffnete Museumsleiter Tobias Deterding scherzhaft das Programm. Die Idee zur Kombination aus Vorführungen des Streichorchesters des RGS unter der Leitung von Birgit Schulte im Wechsel mit Lyrik und Märchen Wilhelm Buschs, lockte viele Besucher an. Die Texte las Frieda Höltke in hochdeutscher und plattdeutscher Sprache. Die Diele des Wilhelm-Busch-Geburtshauses wurde dafür in eine Konzertbühne umgewandelt und die Besucher konnten gute 45 Minuten lang dem Streichorchester und den Lesungen lauschen. Zur Eröffnung füllten die zarten Klänge einer Tanzsuite für Streicher im barocken Stil mit den Sätzen „Allemande“, „Sarabande“ und „Gigue“ des amerikanischen Komponisten Maurice Whitney das Museum und verzauberten die Zuhörer. Anschließend trug Frieda Höltke die Märchen „Gerdmann und Adelheid“ und „Die böse Stiefmutter“ aus Wilhelm Buschs Sammlung „Ut oler Welt“ (Aus alter Zeit) vor. Das erste Märchen las die ehrenamtliche Mitarbeiterin, die Platt so gut wie Hochdeutsch beherrscht, in der hochdeutschen Übertragung und im plattdeutschen O-Ton vor, was auf großes Interesse des Publikums stieß.
Nun sorgte das Streichorchester für irisches Flair mit dem American Folk Song „Angelina the Baker“, der von Robert Longfield im irischen Stil für Streichorchester arrangiert wurde. Das schwungvolle Musikstück gefiel den Zuhörern. Danach folgte ein weiterer Auszug aus Buschs Märchensammlung. „Die launische Ziege“ las Frieda Höltke ebenfalls zunächst in Hochdeutsch und dann in Mundart vor. Die Auswahl der Texte traf sie passend zur derzeitigen Sonderausstellung „Wasserneck und Menschenfresser – Märchen anders erzählt.“ Zum Abschluss präsentierten die jungen Musiker den Popmusik-Klassiker „Never gonna give you up“ des Interpreten Rick Astley aus den 80er Jahren und sorgten damit für gute Laune für den weiteren Nachmittag. Die Vorführungen fanden großen Anklang und es bestand der Wunsch nach einer Fortsetzung eines solchen Programms. Insgesamt nutzten mindestens 90 Besucher den freien Eintritt an diesem Tag.
Foto: Rolf Harmening