Eine wesentliche Entscheidung zur zukünftigen baulichen Entwicklung der Wilhelm-Busch-Grundschule in Niedernwöhren hatte der Rat der Samtgemeinde in seiner letzten Sitzung getroffen. Mit drei Gegen- und einer Enthaltungsstimme soll die Empfehlung des Bauausschusses, die alten Gebäude abzureißen und an gleicher Stelle neu zu bauen (Variante drei), weiterverfolgt werden. Zur Diskussion standen außerdem Variante eins (Neubau an anderer Stelle) sowie Variante zwei (Umbau der alten Grundschule). Mit geschätzten 15 Millionen Euro liegt die Variante drei zwischen den Kosten für Variante eins (circa 18 Millionen Euro) und Variante zwei (circa 13 Millionen Euro). Die hohen Ausgaben, die damit auf die Samtgemeinde zukommen, waren ein Kernthema in der Diskussion. Stefan Bulmahn (SPD) gab zu bedenken, dass mittlerweile alle Argumente mehrfach diskutiert worden seien – bislang ohne Ergebnis. „Wir haben den günstigsten, am Bedarf orientierten Vorschlag vorliegen“, argumentierte er und sprach sich für Variante drei aus.

Katastrophale Finanzlage in der Samtgemeinde

Horst Peek (CDU) stellte fest:“ Unsere Finanzlage ist nicht desaströs, sie nähert sich der Katastrophe!“ Mit der Übernahme von etwa 1,1 Millionen Euro, die die Samtgemeinde zur Entlastung der Mitgliedsgemeinden übernimmt, steigt die Verschuldung auf über eine Million Euro. Mit der jetzt vorliegenden Planung mit 8 + 2 Räumen für hochgerechnet 140 Grundschulkinder sei ein guter Plan B gefunden worden, meinte er. Peter Pape (SPD) stellte in seiner Stellungnahme mehrfach heraus, dass seine Ablehnung zu dem geplanten Vorhaben ausschließlich persönlicher Natur sei. „Es steht außer Frage, dass für die Kinder und die Bildung etwas getan werden muss. Es hätte schon viel früher etwas getan werden müssen. Ich stimme nicht zu, es gibt noch einen besseren Weg“, äußerte sich Pape. Welcher das ist, erklärte er in der Sitzung nicht. Samtgemeindebürgermeisterin Aileen Borschke (Parteilos) wies auf den 1. August 2029 hin, das Datum, nach dem für alle Klassen der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung umgesetzt sein muss. Sie appellierte an die Ratsmitglieder, dem Vorschlag (Variante drei) auf breiter Basis zuzustimmen. „Wir haben keine Zeit mehr!“ Mehrheitlich stimmte der Samtgemeinderat anschließend zu, den Abriss und Neubau weiter zu verfolgen.

70.000 Euro Zuschuss zur Badewonne

In der Einwohnerfragestunde zu Beginn der Sitzung, die von etwa 20 interessierten Bürgerinnen und Bürgern verfolgt wurde, wollte eine Niedernwöhrenerin wissen, ob es richtig sei, dass die Badewonne (Hallenbad in Nordsehl, die Red.) mit 70.000 Euro pro Jahr bezuschusst würde. Mit den Worten: “Wir haben alle ein Interesse daran, dass die Badewonne erhalten bleibt“, bestätigte die Samtgemeindebürgermeisterin grundsätzlich die Summe. Eine Recherche des Schaumburger Wochenblattes zum Vergleich bei der Sprecherin der Stadt Stadthagen, Bettina Burger zu den Zuschüssen für das Tropicana ergab, dass die Wirtschaftsbetriebe mit Tropicana, Saunalandschaft und Festhalle in den Jahren 2021 bis 2024 mit Summen zwischen circa 753.000 Euro (2023) und circa 1,2 Millionen (2021) bezuschusst wurden. Eine Einzelbetrachtung des Freizeitbades war dabei nicht möglich. Weitere Beschlüsse zum Bauvorhaben des Feuerwehrhauses in Wiedensahl (wir berichteten), zur Organisation der Ferienbetreuung im Ganztag sowie zur 1. Nachtragshaushaltssatzung 2026 wurden einstimmig getroffen.