Wilhelm Busch, mit vollständigem Namen Heinrich Christian Wilhelm Busch, wurde am 14. April 1832 in Wiedensahl geboren. Rund um den Globus kennen viele Menschen den Schriftsteller, Maler und Dichter, insbesondere, wenn man seinen Namen mit „Max und Moritz“ in Verbindung nennt. Sein Geburtshaus steht noch heute mitten in Wiedensahl und wird als Museum geführt. 2002 gab die in Hannover beheimatete Wilhelm-Busch-Gesellschaft die Belange der Gedenkstätte in die Hände eines frisch gegründeten Förderkreises. Später verschmolzen der Förderkreis Wilhelm Busch und der Heimatbund Wiedensahl zur heutigen Museumslandschaft Wilhelm Busch Wiedensahl e.V. Der Landkreis Schaumburg, die Samtgemeinde Niedernwöhren, die Gemeinde Wiedensahl und viele Bürgerinnen und Bürger waren maßgeblich an der Übernahme der Verantwortung für das geschichtsträchtige Gebäude beteiligt.
Das Geburtshaus erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich machen
Ziele des Vereins sind im Wesentlichen: Die Erhaltung des Geburtshauses, der Zugang für die Öffentlichkeit, andere Busch-Stätten in Wiedensahl zu pflegen und das Leben und Wirken von Busch durch Veranstaltungen, Ausstellungen, Vorträge und Veröffentlichungen darzustellen. Um das sicherzustellen, engagieren sich neben zwei fest angestellten Mitarbeitern über 25 ehrenamtlich tätige Frauen und Männer für das abwechslungsreiche und immer informative Wirken im Wilhelm Busch Geburtshaus sowie im nahegelegenen Pfarrhaus. Der Vorstand des eingetragenen Vereins besteht aus dem Vorsitzenden Rolf Harmening, Birgit und Kurt Cholewa, Carsten Dreyer und Anne Brinken. Mittlerweile zählt der Verein über 200 Mitglieder, teilweise aus ganz Deutschland. In ihrer Freizeit betreuen die aktiven Vereinsmitglieder die Öffnungszeiten, informieren und erledigen notwendige Arbeiten.
Hochqualifiziert und hurmorvoll durch die Ausstellungen
Zehn Frauen und Männer haben sich über die Jahre ein unschätzbares Wissen angeeignet und führen, oftmals mit viel Humor und gewürzt mit Busch-Zitaten, Führungen im Museum durch. Für alle, die Führungen durchführen wollen, hat der Verein einen Leitfaden entwickelt – aber: „Jeder macht das auf seine individuelle Art – wichtig ist der Spaß daran,“ waren sich die „Museumsführer“ im Gespräch mit dem Schaumburger Wochenblatt einig. Das Tagesgeschäft wird durch den Vorstand sichergestellt, dazu gehören natürlich auch die Verpflichtungen für einen gemeinnützigen Verein. Das Budget für den Verein wird zu 50 Prozent durch die Gebietskörperschaften bestritten, die andere Hälfte muss der Verein selbst erwirtschaften. Zu den Einnahmen durch die Mitgliedsbeiträge verwalten die Ehrenamtler die Eintrittsgelder, Spenden, Einnahmen durch Veranstaltungen und Führungen sowie die Verkaufserlöse aus dem Museumsladen. Eine Plakette am Eingang zum Haus zeigt die hohe Qualität der Arbeit aller Beteiligten. Dem Wilhelm-Busch-Geburtshaus ist das Museums-Gütesiegel verliehen worden. Der Verein und damit die aktiven Vereinsmitglieder sind ständig verpflichtet, die Forderungen des Gütesiegels zu erfüllen. „Die sind sehr umfangreich und sehr anspruchsvoll“, schilderte der Vorstand. Immer wieder entwickeln die begeisterten Vereinsmitglieder neue Ideen für ihre Führungen, für Veranstaltungen oder die Präsentation von Exponaten. Harmening betonte, dass die Wilhelm-Busch-Gesellschaft in Hannover den Verein dabei sehr gut unterstützt.
Nachwuchs gesucht
Hier eine Auswahl der Zitate zur Motivation der Anwesenden: „Wilhelm Busch war eine vielschichtige, spannende Person, an der ich immer wieder neue Facetten entdecke“ (Burkhard Knoop), „Wilhelm Busch begleitet mich seit meiner Kindheit. Er interessiert mich als Persönlichkeit. Er ist kritisch in Wort und Bild – immer mit einer Portion Humor“ (Lissy Zindel-Friesenhagen), „Ich mache es, weil ich Wilhelm Busch heiß und innig liebe! Ich möchte, dass er nicht vergessen wird!“ (Frieda Höltke). Einig sind sich alle Ehrenamtler des Vereins:“ Wir sind eine sehr motivierende, tolle Gruppe!“ Neue Mitglieder sind nicht nur herzlich willkommen, sondern auch dringend nötig, so der Vorstand. Es fehlen vor allem jüngere Menschen, sehr gern auch mit handwerklichen Fähigkeiten. Es gibt immer etwas zu reparieren oder aufzuarbeiten, schilderte der Vorsitzende. Im Gespräch wurde sehr deutlich, mit welchem Enthusiasmus die Gruppe sich mit Wilhelm Busch beschäftigt. Das Wissen des Teams würde allein Bücher füllen – alles selbstständig erarbeitet und angelesen. Wer Interesse an der Mitarbeit an dem besonderen Ehrenamt in Wiedensahl hat, erfährt mehr bei Rolf Harmening und Marie Schuster unter 05726/388 oder per mail wilhelm-busch@wiedensahl.de.
„Ein Eintritt - zwei Museen!”