Sie ist Motor und eine wichtige Säule der „Theaterkiste Waltringhausen“. In unserer Ehrenamtsserie stellen wir Petra Röhrbein-Preubisch vor, die seit der Vereinsgründung Vorsitzende ist, Stücke verfasst und auch selbst Rollen auf der Bühne übernimmt.
„Ich hätte früher nicht geahnt, dass ich Stücke schreiben kann“, erklärte Petra Röhrbein lächelnd. Berührungen mit der Schauspielerei und Theater hatte die Waltringhäuserin ursprünglich kaum. Das änderte sich, als ihre Kinder bei Aufführungen des MTV Waltringhausen mitwirkten. Damals spielten Kinder und Erwachsene. Dies habe den Beteiligten so viel Freude gemacht, dass die Idee aufkam, öfter Stücke auf die Bühne zu bringen, berichtete Röhrbein-Preubisch.
Es folgte 1993 die Gründung der Theaterkiste Waltringhausen bei der sich in der Startphase vor allem Mütter engagierten. Es sei rasch eine tolle Gemeinschaft entstanden, in die sich viele Mitwirkende eingebracht hätten. Petra Röhrbein-Preubisch übernahm im neuen Verein die Rolle der Vorsitzenden und übt sie bis heute aus. Zunächst ging es um Kindertheater. Ab und an sprangen jedoch Erwachsene ein und gewannen Lust am Spiel auf der Bühne. So entstand auch eine Theatergruppe für sie. Zunächst liefen beide Gruppen parallel, bis sich 2005 die Kindergruppe auflöste.
In diesem Zeitraum hatte sich die „Erwachsenen-Theaterkiste“ schon einen hohen Bekanntheitsgrad erarbeitet, die humorvollen Aufführungen wurden von vielen Fans verfolgt. Dies setzte sich in den folgenden Jahren fort. Anfangs spielte die Gruppe noch fertige Stücke, für die sie entsprechendes Honorar zahlte. Schon seit längerer Zeit verfasst jedoch Petra Röhrbein die Schauspiele.
Dabei lässt sie sich von verschiedensten Anregungen, die ihr im Alltag begegnen inspirieren. Witze fließen mit ein, sie wählt lokale Anknüpfungspunkte, etwa Sagen und Erzählungen aus der Gegend. Welcher Darsteller passt zu welcher Rolle? Bei der Besetzung ist Fingerspitzengefühl gefragt, aber Petra Röhrbein-Preubisch kennt das Schauspielteam nach der langjährigen Zusammenarbeit sehr genau. Wobei auch jedem die Möglichkeit bleibt, seine Rolle zu entwickeln.
Organisationsarbeit, selbst schauspielern, schreiben und weiteres mehr, bringe ihr Ehrenamt nicht eine hohe Belastung mit sich? Das habe sie nie so empfunden, vielmehr sei die „Theaterkiste“ über all die Jahre für sie ein „Geschenk“ gewesen, erklärte Röhrbein. Da sei die enge Gemeinschaft, in der sich auch die Mitstreiter mit großem Engagement einbringen würden. Die Zusammenarbeit mache große Freude, ebenso die Interaktion mit dem Publikum. In schwierigeren Phasen in ihrem Lebenslauf habe sie die „Theaterkiste“ stets wieder aufgebaut. Im Gespräch wird Begeisterung der Ehrenamtlichen für ihr Hobby spürbar.
Zudem entwickle man sich im Ehrenamt weiter. Kreatives Schreiben, auf der Bühne stehen, all dies habe sie sich im Ehrenamt angeeignet.
Spannend zudem, durch die Einnahmen bei den Aufführungen ließen sich nicht nur die Aktivitäten finanzieren, sondern auch ein gehöriger Überschuss erwirtschaften. Dieser diente dem guten Zweck, rund 20.000 Euro spendete die Theaterkiste im Lauf der Jahre. Zuletzt gingen 500 Euro an das DRK für die Tafel in Bad Nenndorf sowie 500 Euro an die Aktion Weihnachtshilfe des Sozialvereins Schaumburg.
Das Team würde sich über weitere Darsteller freuen. Das nächste Stück soll im kommenden Herbst aufgeführt werden, wie immer im Gasthaus Götze in Waltringhausen.
Foto: bb/privat