Die Freiwillige Feuerwehr Lauenau hat auf ihrer Hauptversammlung auf ein insgesamt ruhiges Einsatzjahr 2025 zurückgeblickt. Größere Einsatzlagen sowie gefährliche Wetterereignisse blieben weitgehend aus. Ortsbrandmeister Veit Look bezeichnete das Jahr daher als ausgesprochen ruhig. Die dadurch gewonnene Zeit sei intensiv für Aus- und Fortbildung genutzt worden.
Der Mitgliederstand der Einsatzabteilung blieb mit aktuell 86 Aktiven nahezu konstant. Hinzu kommen 15 Mitglieder in der Kinderfeuerwehr sowie 29 Jugendliche. Gemeinsam mit Altersabteilung, Fachberatern und fördernden Mitgliedern stieg die Gesamtmitgliederzahl der Freiwilligen Feuerwehr Lauenau deutlich von 466 auf 617. Der Zuwachs ist insbesondere bei den fördernden Mitgliedern zu verzeichnen.
Stellvertretender Ortsbrandmeister Mirko Lattwesen gab einen Überblick über das Einsatzgeschehen. Insgesamt rückte die Feuerwehr im vergangenen Jahr zu 72 Einsätzen aus. Mit 43 Einsätzen stellte die technische Hilfeleistung den größten Anteil dar. Hinzu kamen zehn Brandeinsätze sowie 19 Fehlalarmierungen. Ein ungewöhnlicher Einsatz ereignete sich im März auf dem Autohof Lauenau, obwohl die Feuerwehr schon kurioses gewohnt ist, übertraf das was ein Fahrer dort veranstaltete, das bereits gekannte. Nachdem dieser nämlich sein Fahrzeug mit 60 Liter falschen Kraftstoff betankt hatte, entsorgte er diesen nach seinem Irrtum einfach in der Kanalisation und tankte anschließend den richtigen Treibstoff, um dann einfach davon zu fahren. Die Feuerwehr unterstützte hinterher eine Fachfirma bei der aufwendigen Reinigung mit etwa 6.000 Litern Wasser.
Im weiteren Verlauf der Versammlung dankte Bürgermeister Wilfried Mundt den Feuerwehrkameradinnen und -kameraden ausdrücklich für ihr ehrenamtliches Engagement im Flecken Lauenau sowie den Betreuerinnen und Betreuern für ihre Arbeit in der Kinder- und Jugendfeuerwehr, „Ihr alle seid ehrenamtlich tätig”, betonte er.
Dann kam er zum Kern seiner Rede. Er verwies darauf, dass es seit Jahren gängige Praxis sei, Umzüge und Veranstaltungen in den jeweiligen Gemeinden durch die eigenen örtlichen Feuerwehren begleiten und absichern zu lassen.
Vor diesem Hintergrund äußerte Mundt allerdings deutliche Kritik an der Absicherung des Schützenfestumzugs in Rodenberg im vergangenen Jahr. Es sei für ihn ebenso wie für weitere Kommunalpolitiker sowie Feuerwehrkameradinnen und -kameraden innerhalb der Samtgemeinde nicht nachvollziehbar, dass hierfür Personal und Fahrzeuge einer gesamten Samtgemeindefeuerwehr eingesetzt worden seien. Dabei gehe es ihm um den Umgang mit dem Feuerwehr-Ehrenamt. „Hier appelliere ich an ein Umdenken. Und dieser Appell ist an den Samtgemeindebürgermeister gerichtet”.
Wörtlich sagte Mundt mit Blick auf die getroffene Einsatzentscheidung, „Hier wurde das Feuerwehr-Ehrenamt verbrannt. Und so können wir unsere Feuerwehrkameradinnen und -kameraden nicht motivieren”. Er machte außerdem deutlich, dass es bei Festveranstaltungen keine absolute Sicherheit geben könne.
Ehrenbrandmeister und ehemaliger Ortsbrandmeister Klaus-Werner Volker griff das Thema Bevölkerungsschutz auf. Er kritisierte, dass seit Beginn des Ukrainekriegs 2022 zwar zahlreiche Sitzungen und Gespräche über Vorsorgestrukturen und Leuchttürme geführt wurden, aber konkrete Fortschritte kaum sichtbar seien. Volker forderte ein deutliches Umsteuern, „Hört auf zu reden, macht“. Damit machte er klar, dass nach seiner Ansicht mehr praktische Umsetzung statt theoretischer Diskussionen notwendig ist, um die Feuerwehr als KRITIS (Kritische Infrastruktur) sicher aufzustellen.
In diesem Zusammenhang betonte Abschnittsleiter Joachim Muth, dass das Ehrenamt zunehmend anspruchsvoller werde und der Katastrophen- sowie Bevölkerungsschutz strukturell gestärkt werden müsse, damit im Ernstfall die Bevölkerung vorbereitet sei, „Der Bevölkerungsschutz muss auch da ankommen, wo er hingehört, zu der Bevölkerung, damit diese weiß, was sie zu tun und zu lassen hat, falls sie einmal auf sich selbst angewiesen ist“.
Auch zahlreiche Beförderungen standen auf der Tagesordnung. Zu Feuerwehrmännern wurden Bjarne Niklas Nothold und Niklas Janisch ernannt. Die Beförderung zu Oberfeuerwehrfrauen und -männern erhielten Maike Volmar, Alan Hauschild, Elyan Look, Hendrik Nothold und Jörg Opolka, während Lea-Sophie Hauser, Malin Sinne, Luisa Stemme und Simon Stegemann zu Hauptfeuerwehrfrauen und -männern aufstiegen. Zu Hauptlöschmeistern wurden Dennis Falius, Timo Kluczny und Sascha Ostermeyer befördert. Den Rang des Brandmeisters erhielt Philipp Kühl.
In die Altersabteilung wurden Ulli Küther, Volker Menzel und Bernd Zimmermann aufgenommen. Zimmermann übernahm zugleich die Leitung der Altersabteilung und beerbte damit Hans-Georg Dittich, der dieses Amt zehn Jahre innehatte.
Für ihre langjährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr wurden mehrere Kameradinnen und Kameraden geehrt. Adrian Döring wurde für 25 Jahre ausgezeichnet, Friedrich Remmer, Mirko Lattwesen, Sascha Nothold und Ralf Struckmeier für 40 Jahre. Auf 50 Jahre treue Dienste können Gunther Hennies und Bernd Zimmermann zurückblicken.