Frühjahr 1976: Eine neue Gemeinde erblickt das Licht der Welt. Genau 50 Jahre ist das her. Unter dem passenden Motto „50 Jahre miteinander“ lädt die Johannis-Kirchengemeinde am Sonntag, 31. Mai, ab 14 Uhr zu einem großen Jubiläums- und Johannisfest für die ganze Familie ein.
Musik, Segen und hoher Besuch zum Auftakt
Der Startschuss fällt um 14 Uhr mit einem festlichen Jubiläumsgottesdienst. Neben Pastor Dr. Dirk Gniesmer wird Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer die Kanzel betreten. Dass in der Johannisgemeinde die Musik eine Hauptrolle spielt, beweisen der Projektposaunenchor und der stimmgewaltige Gospelchor „Gospelicious“, die den Kirchraum zum Schwingen bringen werden.
Live-Musik und bunte Festmeile
Nach den Grußworten verwandelt sich das Kirchzentrum in eine bunte Festmeile für alle Generationen. Zwischen 16 und 18 Uhr steigt das große Kinderfest, eröffnet vom Kinderchor „JoSingers“. Für die passende Open-Air-Stimmung unter dem Kirchturm sorgt Johanna Elstrod & Band mit Live-Musik. Wer einen Blick in die Geschichte und Kulinarik der Gemeinde werfen möchte, kann in der frisch gedruckten Festschrift blättern oder das brandneue Johannis-Kochbuch erwerben. Zudem lädt eine interaktive Ausstellung dazu ein, eigene Erinnerungen aus 50 Jahren Gemeindeleben beizusteuern. Der Eintritt ist frei. „Wir freuen uns auf viele Mitfeiernde“, lädt Pastor Dirk Gniesmer herzlich ein.
Von der Abspaltung zur Wiedervereinigung
Die Geburtsstunde der Gemeinde schlug am 1. Januar 1976. Durch das starke Bevölkerungswachstum in der Rintelner Nordstadt war die historische Nikolai-Kirchengemeinde zu groß geworden. Das neue Kirchzentrum am Wilhelm-Raabe-Weg wurde im Mai 1976 offiziell eingeweiht. In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat sich Johannis zu einem lebendigen Treffpunkt entwickelt – getragen von Gruppen wie dem „Männer-Treff“, dem „Café International“ und einem starken ehrenamtlichen Engagement. Eine historische Kehrtwende gab es jüngst: Die 1995 ausgegliederte Kapellengemeinde Todenmann wurde zum 1. Januar 2026 wieder in die Johannisgemeinde eingegliedert.
Blick nach vorn: Herausforderungen und Chancen
Wie viele Kirchen kämpft auch die Johannisgemeinde mit dem demografischen Wandel: Zählte die Gemeinde Ende 2007 noch 3.200 Mitglieder, sind es heute unter 2.000. Sinkende Finanzmittel und der Rückgang von Pfarrstellen sind die Folge. Ab Mitte 2028 wird es in der gesamten Region Rinteln nur noch zwei Pastorenstellen sowie eine Diakonstelle geben. Ein Fusionsprozess der Gemeinden ist bereits Teil einer Absichtserklärung. „Wir stehen vor Veränderungen, die problematisch sind, die aber auch Chancen bieten“, betont Gniesmer, der im Januar 2029 in den Ruhestand gehen wird. Trotz des spürbaren Bedeutungsverlusts der Kirche ist sich der Pastor sicher: „Die Menschen sind weiter auf der Suche nach Halt.“ Doch bevor die Zukunft gestaltet wird, wird am 31. Mai erst einmal gebührend gefeiert.
„Wir stehen vor Veränderungen, die problematisch sind, die aber auch Chancen bieten“