Mit Humor und vielen Erinnerungen hat die IGS Rodenberg ihren zehnten Jahrgang verabschiedet. Sechs Jahre nach ihrem Start unter den besonderen Bedingungen der Corona-Pandemie erhielten die Schülerinnen und Schüler nun ihre Abschlusszeugnisse.
Für einen gelungenen Einstieg sorgte Schulleiterin Ina Letkemann. Sie fragte die Absolventinnen und Absolventen, was sie denken, womit sie ihre Rede geschrieben habe. Aus den Reihen des Jahrgangs waren sich viele sicher, ihre Rede habe die Schulleiterin mit „ChatGPT“ gemacht. Ihre Auflösung war jedoch viel kreativer, sie löste auf und sagte, „Natürlich mit Freude.“
Passend zum diesjährigen Abschlussmotto „Powered by ChatGPT und ein bisschen Eigenleistung“, wäre es schon gewesen und laut Letkemann passe die Künstliche Intelligenz (KI) auch hervorragend in die heutige Zeit, da sie inzwischen zum Alltag gehöre und könne vieles erleichtere. Die KI könne jedoch weder Verantwortung übernehmen noch die Erfahrungen ersetzen, an denen Menschen wachsen. Die wichtigsten Dinge im Leben entstünden demnach nicht durch Technologie, sondern durch echte Begegnungen.
Die Schulleiterin gratulierte den Jugendlichen zu einem wichtigen Meilenstein und würdigte deren Engagement während der vergangenen Jahre. „Ihr wart ein Jahrgang, auf den man sich wirklich verlassen konnte“, sagte sie. Egal bei welchem Thema, die Schülerinnen und Schüler hätten immer wieder Eigeninitiative und Teamgeist bewiesen.
Denn, „Niemand wird später begeistert davon erzählen, dass er damals im neunten Jahrgang einen besonders guten Prompt geschrieben hat“, sagte Letkemann. Stattdessen würden Freundschaften, Klassenfahrten und gemeinsame Erlebnisse in Erinnerung bleiben.
Die Schulband begleitete die Feierlichkeiten mit Musik und Gesang. Bei der Zeugnisausgabe erhielt jede Klasse nacheinander auf der Bühne von ihren Klassenlehrkräften sowie der Schulleiterin neben dem Zeugnis zum Abschied auch eine Rose gereicht. Einige Schülerinnen und Schüler schienen regelrechte Fans im restlichen Jahrgang zu haben, da teils regelrechte Begeisterungsstürme entflammten, als deren Namen aufgerufen wurden.
Einen bewegenden Rückblick auf die vergangenen Jahre gab Jahrgangsleiterin Silke Franz. Sie erinnerte daran, dass der Jahrgang unter außergewöhnlichen Bedingungen an die Schule gekommen sei - mit Maske und reichlich Abstand. Das damalige Motto habe „Hoch hinaus“ gelautet. Aus „aufgeregten, quirligen und teils auch ängstlichen Kindern“ seien inzwischen wissbegierige junge Menschen geworden. Mit einem Augenzwinkern bemerkte sie, dass es dem Jahrgangsteam zwar nicht gelungen sei, die bei den Schülern so beliebte „Jogginghose“ vollständig aus dem Schulalltag zu verbannen, wenn sie heute jedoch in die festlich gekleideten Reihen blicke, gehe ihr das Herz auf.
Den Blick der Schülerinnen und Schüler auf die gemeinsame Schulzeit schilderten stellvertretend Schülersprecherin Melina Pleske und Luano Brattkus. Brattkus erinnerte zunächst humorvoll an die Corona-Zeit, als angeblich streikende Kameras oder Internetverbindungen gelegentlich dazu genutzt wurden, länger zu schlafen oder nebenbei zu spielen. Auch die Diskussionen über Jogginghosen blieben nicht unerwähnt. „Wir durften zwar keine Jogginghosen tragen, ich habe es aber trotzdem gemacht und bin stolz darauf“, sagte er unter dem Gelächter der Gäste.
Melina Pleske richtete den Blick auf die Entwicklung des Jahrgangs. Vor einigen Jahren seien sie noch Kinder gewesen, die Angst vor Klassenarbeiten hatten oder sich fragten, wie sie in der großen Schule jemals den richtigen Klassenraum finden sollten. Heute stünden sie am Ende ihrer Schulzeit. „Herzlichen Glückwunsch an uns alle, wir haben es geschafft“, sagte sie.
Besonders bewegend waren ihre Worte über die Erinnerungen, die bleiben werden. Man werde sich später nicht mehr an jede Matheformel erinnern, wohl aber an die Menschen, mit denen man gelacht, die Pausen verbracht oder heimlich im Unterricht gesprochen habe.
Insgesamt erreichten 68 Schülerinnen und Schüler den Erweiterten Sekundarabschluss I, 25 den Realschulabschluss, 23 den Sekundarabschluss I Hauptschule, zwölf den Hauptschulabschluss sowie eine Person einen Förderschulabschluss. Vier Jugendliche erhielten ein Abgangszeugnis.
Als Jahrgangsbeste wurden Mena Deseniß aus der Klasse 10d und Margó Toubekis aus der Klasse 10b mit einem Notendurchschnitt von jeweils 1,25 ausgezeichnet. Darüber hinaus ehrte die Schule mehrere Schülerinnen und Schüler für ihr besonderes soziales Engagement.
Zum Abschluss wartete noch eine Überraschung auf den Jahrgang. Mehrere Lehrkräfte erschienen mit Sonnenbrillen vor der Bühne und sangen „Geiles Leben“ von Glasperlenspiel. Ein stimmungsvoller Abschluss für den Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt.