199 Rintelner Neubürger waren zum Neubürgerempfang angemeldet, rund die Hälfte von ihnen kam auch in die Aula des Gymnasium Ernestinum „ErnA”. Nach Klängen des Musikzug der Feuerwehr Möllenbeck eröffnete Bürgermeisterin Andrea Lange den Empfang und stellte fest: „Sie werden erleben: In Rinteln kann man gut leben!” So unterschiedlich die Menschen auch seien, eines verbinde sie seit ihrem Umzug nach Rinteln: „Sie sind jetzt Rintelner Bürger!” Einer von ihnen ist Helmut Manfreda, ein regional in Herne bekannter Künstler und Aquarellist. Warum der 86-Jährige nach Rinteln übersiedelte, das wollte das SW wissen und besuchte den Neu-Rintelner in seiner Wohnung in der Ritterstraße.
Rinteln hat so viele Grüntöne
Der Hauptgrund, warum Manfreda jetzt Rintelner Bürger ist, liegt am Wohnort seiner Tochter. Die kam bereits der Liebe wegen vor elf Jahren nach Rinteln und als Manfredas Frau vor eineinhalb Jahren starb, war für ihn klar: „Ich ziehe auch nach Rinteln in die Nähe meiner Tochter!” Schnell fand er eine für ihn passende Wohnung in einem Neubau in der Ritterstraße und Rinteln, so Manfreda, kannte er ja schon von vielen Besuchen seiner Tochter in den Jahren zuvor. Schon immer faszinierte ihn auch die Malerei und in Rinteln entdeckte er eine Vielfalt von Grüntönen, die ihn begeisterte: „Viele junge Menschen haben das Sehen mittlerweile verlernt, ich als Künstler habe da vielleicht auch einen besonderen Blick für die Farben!”
Am Wochenende an den Doktorsee
Eine besondere Faszination löst bei Manfreda immer auch ein Besuch am Doktorsee aus. Dort kaufte er sich noch einen Wohnwagenstellplatz, den er sowohl in der Woche als auch am Wochenende gerne nutzt. „Natürlich zum malen, aber auch zum angeln, eine meiner weiteren Leidenschaften!” Was ihn an Rinteln so begeistert? „Da sind zum einen die durchweg freundlichen Menschen, die gelassene Atmosphäre, die vielen Wasserflächen und die schöne Altstadt!” Was für ihn ein Stück weit Herausforderung ist: „Der Verkehr in der Altstadt. Mit dem Auto ist das eine Katastrophe bei Straßen, die eher für Postkutschen ausgelegt sind mit ihrem Kopfsteinpflaster!”
An Motiven mangelt es nicht
Malen ist für ihn eine Passion, der er sich jetzt noch intensiver widmen will und kann. Bereits in Herne hatte er auf sich aufmerksam gemacht, in dem er die „Corona-Linde“, ein öffentlich präsentes Werke für ein lokales Gedenkprojekt, in Herne-Börnig gestaltete. Neben Landschaftsbildern widmete er sich bereits früh auch ernsten Themen, wie beispielsweise mit Bildern über Flucht und Vertreibung, inspiriert von mit Napalm verbrannten Kindern aus Vietnam, die er als Berufsfeuerwehrmann in Spezialkliniken für Verbrennungen verlegen musste. Im Herbst sind Werke von ihm im Rahmen der Aktion „Galerie Innenstadt” zu sehen.
Ortsbürgermeister, Kapelle und Nachbarn
Beim Neubürgerempfang habe er besonders die Gespräche mit Ortsbürgermeister Joachim Spohr genossen. Auch die Rede der Rintelner Bürgermeisterin habe ihm gefallen und ganz besonders die Möllenbecker Feuerwehrkapelle. „Ich habe auch viele Leute kennengelernt, unter anderem auch Nachbarn von mir, die ebenfalls neu in Rinteln sind!” Zum knüpfen neuer Kontakte sei der Empfang sehr gut geeignet gewesen. „In Rinteln passt einfach alles für mich!”
„In Rinteln passt einfach alles für mich!”