Eine Dusche für 80 Aktive | Schaumburger Wochenblatt

Eine Dusche für 80 Aktive

Das Feuerwehrhaus Rodenberg ist besonders im Bereich Umkleiden und Sanitärbereich nicht mehr zeitgemäß ausgestattet.  (Foto: privat)
Das Feuerwehrhaus Rodenberg ist besonders im Bereich Umkleiden und Sanitärbereich nicht mehr zeitgemäß ausgestattet. (Foto: privat)
Das Feuerwehrhaus Rodenberg ist besonders im Bereich Umkleiden und Sanitärbereich nicht mehr zeitgemäß ausgestattet. (Foto: privat)
Das Feuerwehrhaus Rodenberg ist besonders im Bereich Umkleiden und Sanitärbereich nicht mehr zeitgemäß ausgestattet. (Foto: privat)
Das Feuerwehrhaus Rodenberg ist besonders im Bereich Umkleiden und Sanitärbereich nicht mehr zeitgemäß ausgestattet. (Foto: privat)

Ortsbrandmeister Thomas Böhm hat bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Rodenberg Anfang des Jahres einmal mehr unterstrichen, dass ein Ausbau oder Neubau des Feuerwehrhauses in der Deisterstadt dringend geboten sei. Die jetzige Situation sei eigentlich nicht tragbar, wie auch Samtgemeindebürgermeister Dr. Thomas Wolf und Gemeindebrandmeister Tobias Komossa auf Nachfrage erklärten.

Es ist ein großes Gebäude ohne von außen sichtbare Mängel, das Anfang der 90er Jahre im Industriegebiet entstand und bis heute als Quartier der Rodenberger Brandschützer dient. Mancher Bürger mag sich fragen, warum die Verantwortlichen der Ortsfeuerwehr hier so dringlich Handlungsbedarf formulieren.

Zu wenig Fläche

Im Alltag bei Einsatz und Übungsdiensten würden jedoch erhebliche Probleme zu Tage treten, wie Gemeindebrandmeister Tobias Komossa ausführte. Die Situation sei für die Aktiven sehr schwierig, insbesondere im Bereich der Umkleide und Sanitäranlagen. „Hier besteht dringlicher Handlungsbedarf“, betonte der Gemeindebrandmeister.
Eine Dusche für die rund 80 Aktiven sei heute wohl kaum noch zumutbar. Umso mehr, wenn man in Betrachtung ziehe, dass längst viele Feuerwehrfrauen bei der aktiven Abteilung ihren Dienst tun würden. Dies setze sich mit den Umkleidemöglichkeiten fort, die bei weitem nicht den aktuellen Anforderungen entsprechen würden mit Umkleidespinden, die in der Fahrzeughalle untergebracht sind. Von diesen Mängeln seien zudem auch die Angehörigen der Jugendfeuerwehr betroffen.

„Geht um Gesundheitsschutz“

Damit einher gehe auch die Problematik, die Vorschriften der Schwarz-Weiß-Trennung einzuhalten, wie Tobias Komossa erklärte. Es ist von hoher Bedeutung, die Einsatzkleidung von den Verschmutzungen nach Bränden gründlich zu reinigen und eine Verschleppung von potenziell gesundheitsschädlichen Anhaftungen bis zum Beispiel in die Gemeinschaftsräume oder die eigenen vier Wände der Feuerwehrleute zu verhindern. Trotz Maßnahmen zur Reinigung am Einsatzort seien jedoch hierzu entsprechende Vorkehrungen im Feuerwehrhaus entscheidend, so Komossa, die sich derzeit kaum sicher gewährleisten ließen. „Gott sei dank sind wir heute so weit, dass wir über das Risiko von Folgeerkrankungen bei den Einsatzkräften wissen“, betonte der Gemeindebrandmeister. Es gehe hier um Gesundheitsschutz, „da darf es keine Kompromisse geben“. Abhilfe könne nur geschaffen werden mit einem Neu- oder Erweiterungsbau. Die gegenwärtige Situation entspreche auch nicht den Vorgaben von Gemeinde Unfallsicherungsverband (GUV) und der Feuerwehr Unfallkasse Niedersachsen (FUK).

„Kameraden dankbar sein“

Dies erklärte auch Samtgemeindebürgermeister Thomas Wolf zu der Frage. Allerdings sei es „Land auf und Land ab in kaum einem Feuerwehrhaus so, dass sämtliche Vorgaben erfüllt sind“. Trotzdem sei zum Beispiel das Platzieren der Umkleidespinde in der Fahrzeughalle eigentlich nicht tragbar. „Man muss den Kameraden dankbar sein, dass sie diesen Umstand bisher so mitmachen“, so Wolf.
Es gebe Forderung zur Abstellung ähnlicher Mängel in den Feuerwehren der Samtgemeinde nicht nur in Rodenberg, sondern auch an anderen Standorten. „Es ist also Aufgabe von Politik und Verwaltung, die Maßnahmen im Rahmen einer wirtschaftlich vertretbaren Reihenfolge abzuarbeiten“, so Wolf. Dabei gelte es, solche Investitionsmaßnahmen im Zusammenhang mit anderen notwendigen Projekten wie dem Ganztag an den Schulen und dem Bau von Kindertagesstätten zu sehen und alle Maßnahmen einzuordnen und abzuwägen. „Das ist eine Forderung, die von der Feuerwehr zurecht an Politik und Verwaltung gestellt wird“, so Wolf. Es sei geplant, in der ersten Jahreshälfte dazu einen Plan für die Feuerwehr in der Samtgemeinde Rodenberg zwischen Politik, Feuerwehrführung und Verwaltung zu erarbeiten.
Tobias Komossa betonte, dass die Feuerwehr sich der schwierigen Finanzlage sehr bewusst sei. „Wir fordern nichts, was nicht notwendig ist“. Anfang 2024 habe die Feuerwehr einen 10-Jahresplan an die Politik weitergegeben, mit dem die notwendigen Grundlagen auch für die zukünftige Erfüllung der Pflichtaufgabe Brandschutz in der Samtgemeinde sicherzustellen wären. Hier habe das Feuerwehrhaus Rodenberg eine hohe Priorität. Die Feuerwehr trete gern in die Diskussion mit der Politik und würde sich bei der Umsetzung einbringen. Foto: privat


Bastian Borchers
Bastian Borchers
Redakteur Schaumburger Wochenblatt
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