Eine Anwohnerinitiative wendet sich gegen Überlegungen der Stadt, bei der Erneuerung der Kanalisation in der Staatsrat-Lorenz-Straße 40 Bäume zu fällen. Die Bürger sammelten bisher 53 Unterschriften und wollen mit der Verwaltung ins Gespräch kommen, um Wege für den Erhalt der Kugel-Ahorne zu finden.
„Pflanzen und pflegen statt fleddern und sägen“, lautet einer der Sätze, mit der die Initiative auf ihr Ziel aufmerksam macht. Kaum verständlich sei der Ansatz vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels, wie die Anwohner Claudia Roeben, Vera Werhahn, Eberhard Greuel sowie Johannes Stroscher vom Nabu Stadthagen/Niedernwöhren im Gespräch betonten. Schließlich würden die Bäume an heißen Tagen erheblich zur Kühlung beitragen. Weitere Vorteile kämen hinzu, beispielsweise die erhebliche Bindung von Feinstaub, die Produktion von Sauerstoff und das Binden von CO2. Außerdem hätten die Kugelahorne die Fähigkeit, bei Starkregenereignissen Wasser zu speichern und böten Tieren wertvollen Lebensraum. Nach der Erneuerung, zu sehen an einigen Straßen in der Nachbarschaft, würden weniger Bäume gepflanzt. Ohnehin brauche es ja Zeit, bis neue Bäume heranwachsen.
Die Initiative hatte in der vergangenen Sitzung des Bau-Ausschusses kritisch zu dem Vorhaben nachgefragt. Bauamtsleiter Leon Herlt argumentierte in der Antwort, dass die Erneuerung des Kanals notwendig und nicht zu verwirklichen sei, ohne die Bäume zu fällen. Die gesamten Straßenoberfläche müsse geöffnet werden.
Die Mitglieder der Initiative erklärten, dass sie bei Erkundigungen erfahren hätten, dass es doch Verfahren gebe, die Kanäle zu erneuern, ohne die Bäume zu fällen. Vermutlich seien diese teurer. Festzuhalten sei außerdem, dass die Bäume an der Staatsrat-Lorenz-Straße gesund seien, was ein Baumgutachter bestätigt habe. Durch regelmäßiges Beschneiden und Pflege sei es auch möglich, die nötige Durchfahrhöhe für LKW zu erhalten. Ziel sei es, in einen „nicht-konfrontativen Austausch“ mit dem Verwaltungsteam zum Thema zu kommen.
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