Ein Betrüger hat eine 88-jährige Frau aus Nienburg dazu gebracht, einen mittleren fünfstelligen Bargeldbetrag vor die Haustür zu legen. Der Mann hatte sich am Telefon als Polizeibeamter ausgegeben. Weil ihr Ehemann den Betrugsversuch erkannte und Hilfe holte, konnte die Polizei kurz darauf einen mutmaßlichen Geldabholer vorläufig festnehmen.

Der Anruf erreichte die Seniorin am Mittwoch, 30. September, kurz nach 10 Uhr. Der Unbekannte behauptete, in ihrer Nachbarschaft habe es einen Raub gegeben. Ein Täter sei bereits festgenommen worden. Bei ihm habe man einen Zettel mit dem Namen und weiteren Angaben zu der 88-Jährigen gefunden. Deshalb wolle die Polizei ihr Geld vorsichtshalber sicherstellen. Bis 11.40 Uhr hielt der Anrufer die Frau in der Leitung. Trotz der Warnung ihres Mannes legte sie schließlich das Bargeld vor die Tür ihres Einfamilienhauses.

Der 82-jährige Ehemann war zu Nachbarn geeilt und hatte von dort die Polizei informiert. Die alarmierten Einsatzkräfte trafen wenig später einen jungen Mann an, als er das Grundstück verließ. Bei ihm fanden sie einen Beutel mit Bargeld in entsprechender Höhe. Die Beamten stellten das Geld und sein Mobiltelefon sicher.

Bei dem Beschuldigten handelt es sich um einen 23-Jährigen aus Wunstorf. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde er wieder entlassen; gegen ihn wurde ein Strafverfahren wegen Betrugs eingeleitet. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann das Geld abholen sollte. Wer die Seniorin anrief, ist bislang nicht bekannt.

Die Polizei weist erneut darauf hin, dass sie am Telefon niemals die Herausgabe von Geld oder Wertsachen verlangt. Auch fordert sie niemanden auf, Bargeld vor der Haustür oder an einem anderen Ort zu deponieren. Wer einen solchen Anruf erhält, sollte auflegen und die Polizei oder den Notruf 110 verständigen.