Mit einer erfundenen Gefahrensituation haben Betrüger am Mittwoch einen Mann aus Bad Nenndorf um 16.000 Euro gebracht. Die Täter gaben sich am Telefon als Polizeibeamte aus und setzten ihr Opfer über längere Zeit unter Druck. Nach Angaben der Polizei kam es am 24. September im Raum Bad Nenndorf und Rodenberg mehrfach zu Anrufen durch falsche Polizeibeamte. Gegen 15.30 Uhr hatten die Täter mit ihrer Masche Erfolg: Ein Bad Nenndorfer Bürger legte Bargeld im Wert von 16.000 Euro vor seinem Haus zur Abholung bereit.

Am Telefon hatte sich ein Mann als Polizist ausgegeben. Er behauptete, die Polizei habe eine Person festgenommen und bei ihr eine Liste mit dem Namen des Angerufenen gefunden. Außerdem habe eine angebliche Bankmitarbeiterin gegenüber der Polizei mitgeteilt, dass der Mann Bargeld zu Hause aufbewahre. Im weiteren Gespräch bauten die Betrüger offenbar gezielt Druck auf. Der Angerufene sollte das Telefonat nicht beenden, keine weiteren Anrufe auf seinem Mobiltelefon annehmen und sich nicht mit anderen Personen austauschen. Zugleich behauptete der falsche Polizist, im Umfeld gebe es Absperrungen und die Einsatzkräfte stünden kurz davor, weitere Verdächtige festzunehmen. Dabei stellte der Anrufer sogar eine mögliche Schießerei und eine akute Gefahrensituation in Aussicht.

Schließlich forderte der Täter den Mann auf, sein Bargeld zusammenzusuchen, in Zeitungspapier einzuwickeln und vor dem Haus abzulegen. Der Geschädigte folgte der Aufforderung. Hinweise auf die Täter liegen nach Angaben der Polizei bislang nicht vor.

Polizei gibt wichtige Tipps

Die Polizei weist darauf hin, dass echte Polizeibeamte niemals am Telefon verlangen, Bargeld, Wertsachen oder andere Wertgegenstände herauszugeben, vor dem Haus abzulegen oder einem unbekannten Abholer zu übergeben. Auch angebliche Kontrollen, Registrierungen oder die Sicherung von Vermögen wegen eines laufenden Ermittlungsverfahrens seien typische Vorwände von Betrügern. Wer Zweifel an einem Anruf hat, sollte das Gespräch sofort beenden und sich nicht unter Druck setzen lassen. Betroffene sollten keine Angaben zu persönlichen Daten, Konten, Vermögen oder zu Hause verwahrtem Bargeld machen. Sinnvoll ist es außerdem, Angehörige, Nachbarn oder andere Vertrauenspersonen einzubeziehen.

Bei Verdacht empfiehlt die Polizei, selbstständig die 110 zu wählen. Dabei sollte keinesfalls eine Telefonnummer genutzt werden, die der Anrufer genannt hat.