Der Erweiterungsbau der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Stadthagen ist bis auf Restarbeiten abgeschlossen. Mit dem nun anstehenden Bezug des Gebäudes erfolgt für die Kreisfeuerwehr Schaumburg ein großer Modernisierungsschritt, die organisatorischen und technischen Voraussetzungen für den Schutz der Einwohner des Landkreises werden damit noch einmal deutlich vorangebracht.
Eine grundlegende Notwendigkeit für die Maßnahme wird mit Blick auf die Dimension des Neubaus neben dem Bestandsgebäude unmittelbar klar. „Wir brauchten mehr Platz“, betonte Kreisbrandmeister Joachim Muth. Steigende technische Anforderungen und sich wandelnde Aufgabenprofile hatten in den vergangenen Jahren zu einem deutlichen Zuwachs an Ausstattung geführt, die teils an verschiedenen Standorten im Landkreis gelagert werden musste.
An der Längsseite des neuen Gebäudes stehen nun allein 15 Fahrzeugtore zur Verfügung, die Zugang zu 30 Stellplätzen eröffnen. Fahrzeuge, Abrollbehälter, Gerät, Ausstattung und Material der verschiedenen Einheiten der Kreisfeuerwehr sowie der Jugendfeuerwehr finden in dem weitflächigen Hallengebäude ausreichend Platz. „Wir können hier alles an einem Standort zentrieren“, wies Joachim Muth auf einen wichtigen Fortschritt hin. Zudem seien noch einige Reserven vorhanden, wie Kreis-Bau-Dezernent Tobias Fischer erklärte
Ebenso entstanden im Zuge des Baus neue Räume für Ausbildungen, Schulungen, Versammlungen und Konferenzen. Auch hier hatte die Kreisfeuerwehr für ihre Ausbildung oftmals auf andere Standorte etwa das Kreishaus zurückgegriffen. Ausbildungen für die Angehörigen der heimischen Ortswehren etwa zum Sprechfunker oder im Bereich Technische Hilfeleistung können nun in der FTZ stattfinden und dies unter modernen technischen Bedingungen. Auch das FTZ-Team profitiert hier von einer zeitgemäßen Arbeitsumgebung. Mit entsprechender Vorfreude würden die Mitarbeiter der Inbetriebnahme entgegensehen, so FTZ-Leiter Jonas Ammerschubert.
Der gesamte ausgeklügelte Aufbau bis hin zur Verkehrsregelung sorgt für klare, rasch auszuführende Abläufe etwa beim Ausrücken zu den Einsätzen.
Integriert in den Bau entstand ein mehrstöckiger Übungsturm. Dieser bietet dem Team Höhenrettung nun günstige Trainingsmöglichkeiten.
Die FTZ sei ein „Vorzeigeprojekt“, wie Thomas Kreimeyer vom Hochbauamt des Landkreises festhielt. Kürzlich hätten sich zum Beispiel Vertreter aus der Region Hannover bei einem Besuch ein Bild von dem Gebäude gemacht.
In diesem Zusammenhang wiesen Uwe Brinkmann und Rolf Bruns vom zuständigen Planungsbüro Bruns und Brinkmann auf die Energieversorgung hin. Grundwasserwärmepumpe und sparsame Flächendeckenheizungen sind zwei Elemente, die zu einer hohen Effizienz nach Standard KFW 40 führen. Die PV-Anlagen auf dem Dach sorgt für einen sehr hohen Eigenversorgungs-Anteil.
In den kommenden Wochen würden jetzt die verschiedenen Teams der Kreisfeuerwehr in die Nutzung des Gebäudes eingewiesen, wie Joachim Muth erklärte. So werde die FTZ schrittweise in Betrieb genommen.
Letztlich gehe es auch darum, mit dem Bau einen Identifikationspunkt für die Kreisfeuerwehr zu schaffen. Eine moderne Ausstattung spiele immer auch eine Rolle, um Menschen für das ehrenamtliche Engagement im Feuerwehrdienst zu motivieren, wie die Beteiligten festhielten.