Bei vielen kirchlichen Veranstaltungen und Gottesdiensten bilden Frauen eine deutliche Mehrheit. Aber es gibt auch Männergruppen und spezielle Angebote für sie. Die Männerarbeit der Evangelischen Kirche lädt jedes Jahr im Oktober zum Männersonntag ein. Das diesjährige Thema: „Es trifft uns ins Herz – Männer zwischen Verunsicherung und Perspektiven“.
Wenn uns etwas ins Herz trifft, dann fühlen wir uns ganz besonders angesprochen, bewegt, tief berührt, vielleicht sogar erschüttert.
Auf jeden Fall ist es gut, unser Herz nicht zu verschließen, sondern ein offenes Herz zu haben. Im Männer-Treff der Johannisgemeinde Rinteln sprachen wir darüber.
Zwischen Verunsicherung und Perspektiven sein – das kennen alle. Wir formulierten es so: Was mir das Herz schwer bzw. leicht macht. Ein Stein und eine Feder symbolisierten das.
Das Schwere war schnell aufgezählt: Krieg, Ungerechtigkeit, die politische Entwicklung in unserem Land, die Ungewissheit, wie das alles weitergeht, Krankheit, Streit, Sorge um die Familie, Trauer Enttäuschungen. Auch die Situation unserer Kirche und die Sorge, wie die Zukunft unserer Gemeinden aussieht.
Wir erleben vielfache Krisen und wissen zugleich, dass es keine einfachen Lösungen gibt, dass kein Schwarz-Weißdenken weiterhilft. Was hilft stattdessen? Was macht uns das Herz leicht?
Die Männer nannten: Lob und Anerkennung, Freude, Begeisterung. Schönes Wetter, gute Musik und gute kulturelle Veranstaltungen. Am wichtigsten aber: andere Menschen, nämlich gute Freunde, Hilfsbereitschaft und die Erfahrung: „Es gibt fast immer Menschen, die mir helfen können.“
Wir sind nicht allein, nicht vereinzelt, nicht hilflos angesichts aller Probleme – das ist die gute Botschaft.
Gute Botschaft, das ist die deutsche Bedeutung für das Wort Evangelium. Diese verkündete der Apostel Petrus einst am Pfingstfest begeistert den Menschen. Erst hielten sie ihn für betrunken, fühlten sich dann aber angesprochen und bewegt. Er erzählte, wie die Jünger in Jesus den von Gott Gesandten durch seine Worte, Taten und Wunder erkannten, wie er zum Tode verurteilt wurde und mehr noch: wie sie ihn danach als lebendig erlebt hatten. So sehr, dass sein Geist sie nun erfüllte und bewegte, allen Menschen davon mit freudigem Herzen furchtlos zu erzählen. Auf die Menschen zuzugehen, Sprachgrenzen zu überwinden, alle zu einer großen Gemeinschaft verbindend. Die Zuhörer*innen damals merkten: „Es trifft uns ins Herz!“ (Apostelgeschichte 2,37).
Ich wünsche mir, dass wir in unseren Gottesdiensten auch so predigen und die Herzen erreichen. beim Männersonntag im Rintelner Johanniskirchzentrum morgen um 10 Uhr wollen wir es versuchen.